ADB:Tschesch, Johann Theodor von
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Tschesch: Johann Theodor v. T., Mystiker, geboren 1595 in Voigtsdorf bei Grottkau, † am 22. Februar 1649 in Elbing, wurde, nachdem er seine Studien in Marburg beendigt, wo 1618 ein (1isOursus aOa(1Omjo118 (1o (1SrOv8i0n0 S1trs„ju(1i(:jsii von ihm im Druck erschienen ist, Rath Friedrich’s 7. Von der Pfalz, welche Stelle er nach der Schlacht am weißen Berge mit einer gleichen bei Herzog Johann Christian von Brieg vertauschte. Mit Jacob Böhme’s und anderer Mystiker Schriften bekannt geworden und der Herrschenden Orthodoxie wegen ihrer Verfolgungs und Verdammungsfucht entfremdet, trat er auf die Seite jener Stillen im Lande, welche, des geistigen Zankens und Streitens müde, vor allem auf Besserung des Lebens drangen. Mit A. v. Franckenberg (A. D. V.711, 243) war er eng befreundet. Ihm war die in Gottes Wort verfaßte, von Christo und den Aposteln gelehrte Religion die vollkommene, wahre und seligmachende, was die Menschen daraus gemacht, bedürfe dagegen der Prüfung; die verschiedenen Confessionen hätten wohl einen größeren oder geringeren Theil der7Wahrheit, voll und ganz aber habe sie keine, und daher müsse man Glauben und Leben auf Gottes und Christi Wort, aber nicht auf menschlicher Secten Lehre aufbauen, und treue Lehrer sollten Christum, nicht aber sich oder die Serien predigen und dadurch die Seelen von Christo weg- und den Seeten zuführen. Für solche Ansichten hatte die damalige Zeit noch kein Verständniß. T., als Schwärmer gemieden und nach Herzog Johann Christian’s Tode seines Amtes entlassen, fand bei seinem Freunde, dem Freiherrn Johann Dietrich v. Saurma-Jeltsch, gastliche Aufnahme, sah sich aber nach kurzer Zeit, als dieser 1641 von einem kaiserlichen Soldaten auf dem Schlosse in Jeltsch erschossen worden war, aufs neue in die Welt hinausgestoßen. Unvermählt und durch keinerlei Familienbande zurückgehalten, verkaufte er jetzt alles, was er hatte, um den Schauplatz der Erlösung, das heilige Land mit eigenen Augen zu sehen. Er trat die Reise an und fand in Ragusa ein segelfertiges Schiff, mit dessen Patron er über die Mitreise rasch Eins wurde; leider war er in die Hände eines Schurken gerathen; als er nach Besichtigung der Stadt zum Hafen zurückkam, war das Schiff, an dessen Bord sich bereits sein Hab und Gut befand, abgesegelt und T. ein Bettler. Da er in Schlesien kaum Ruhe und Frieden zu finden hoffen durfte, so begab er sich nach Amsterdam, wo er sich durch Unterrichtertheilen nothdürftigen Unterhalt erwarb, 1645 nach Hamburg und von da nach Elbing; dort ist er, in That und Wahrheit ein „Gott ergebener schlesischer Edelmann“, wie er sich in seinen Schriften nennt, in größter Armuth, nach Abraham v. Franckenberg’s Aufzeichnung 1649 gestorben. Unter seinen Schriften ist vor allem zu nennen die „treuherzige Erinnerung an die evangelische Priesterschaft in Deutschland gestellet a. Ohr. 1623, jetzt aber, da die schreckliche Zornflamme Gottes je länger je heftiger fortbrennt und bisher bei dem mehreren Theil wenig Buße gespüret, dieselbe zu ermuntern wohlmeinend im Druck verfertigt 8.rtu0 1637.“ Sie wurde 1647 zu Amsterdam unter Herzog Johann Christian’s Namen und dem Titel: „Christfürstliches Bedenken und Ausschreiben von nothwendiger Ergreifung derjenigen Mittel, wodurch Gottesgerechtes Gericht erkennet, auch endlich, wo nicht abgewendet, doch etlicher Maßen vermindert werden möge“ von Amades v. Friedleben (Abraham v. Franckenberg) aufs neue herausgegeben. Als Vertheidiger Böhme’s trat T. 1641 mit zwei Briefen F11 1miäSm zur0w9 13oO11mjuna9 auf, gegen welche David Gilbert die 8.c1m011itjo mi7er8usorjpts. Boenmians lJ1tra„js0tj 1643 veröffent- [719] lichte. T. antwortete 1644 in der c1eksusio Bosi1miz1m- der Gilbert seine apo- 1ogis. 8.äm0nitionis entgegensetzte.
Lichtstern, schlesische Fürstenkrone S. 109–III. – Lieffmamt, cke kaum:. 8j1es. § 17. – Crusius, Vergnügung 1K, 41–48. – Arnold, Kirchenund Ketzerhistorie 11l, 95. – Walch, Streitigkeiten außer der lutherischen Kirche 17, 1109. – 1.eusO1merj 8pjOj1eg. R11. – Ehrhardt, Presbyterol. 1l, 34.