ADB:Vogel, Bernhard

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Artikel „Vogel, Bernhard“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), ab Seite 96, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Vogel,_Bernhard&oldid=882566 (Version vom 24. Dezember 2009, 02:31 Uhr UTC)
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Band 40 (1896), ab Seite 96. (Quelle)
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Vogel: Bernhard V., Kupferstecher, geboren in Nürnberg 1683 als Sohn des Wechselsensals Johann Wilhelm V., heirathete in Nürnberg die Tochter des Malers und Kupserstechers Elias Christoph Heiß und begann einen Kunsthandel. Er gerieth jedoch in Geldverlegeuheiten, so daß er sich genöthigt sah, sein Hab und Gut zu verkaufen und nach Nürnberg zurückzukehren, wo er 1787 starb. Seine Lehrer waren der seit 1698 in Nürnberg thätige Kupferstecher und Kunsthändler Christoph Weigel und sein Schwiegervater El. Chr. Heiß, die beide mit Geschick die in den vierziger Jahren des 17. Jahrhunderts von Ludwig von Siegen erfundtne Schabkuuft und Schwarzkunst betrieben, eine Art Kupferstich, der nicht mit Linien, sondern mit Tönen arbeitet, die in der Weise erzielt werden, daß aus der gleichmäßig gerauhten Kupserplatte, deren Abdruck einen sammetartigen dunklen Ton ergeben würde, die Mitteltöne durch Glättung der Oberfläche mittels des Polierstahls herausgelockt werden. In der meisterhaften Ausübung dieser Technik liegt der Schwerpunkt der Vogel’schen Thätigkeit. Doch führte er auch eine Reihe tüchtiger Kupferstiche in Strichmanier aus. Die Mehrzahl seiner Schöpfungen in dieser und jener Technik sind Bilduisse, darunter das seines Vaters und die seiner Lehrer in Schabmanier. Sein Hauptwerk ist die in dieser Technik ausgeführte Sammlung Kupetzky’scher Bildnisse, die 1 7 45 von Daniel Preißler, der bei dem Verkaufe der Vogel’schen Habe die ersten Platten zu diesem Werke erworben hatte, unter dem Titel: „Jo11. lcupets1(y jm:ompsrsbj1js zrsjkjois i1us,gj110s et pjotursO 8.1j(1uoe 8.1resbsO Arte quzmi 7o0mit 11jgra usrj j11ojs. 13. 7oge1j0 „js.m 7ero 8imj1jter (:o1t1tjuns.tze opera St Sumptjbus Rs. 1). l’rsjsierj O118.1cogrzp11j-“ um eine Reihe von Platten vermehrt, herausgegeben wurden. Unter den 73 Blättern ragt das Selbstbildniß Kupetzky’s hervor, das in drei Varianten vorkommend, aus dem letzten Lebensjahre Vogel’s stammt. Außer den Bildnissen führte er in Schabmanier verschiedene religiöse und genrehafte Darstellungen aus, darunter Vettlerfiguren nach Kupetzky und im Verein mit E. Ch. Heiß eine Beweinung Christi nach Marchesini. Nach J. M. Quaglio stellte er das Innere eines Magazins dar, und in einer Folge von 10 großen Schabkuustblättern vervielfältigte er die venetianischen Ansichten des schwedischen Architekturmalers Johann Richter. In seinen letzten Jahren half ihm bei seinen Arbeiten [97] sein Sohn Johann Christoph V., der im eigenen Verlag verschiedene Bildnisse in Schabmanier, darunter das seines Vaters nach Desmarées, herausgab, und 1750 starb.

Nagler, Neues allgemeines Lexikon XX (1850).
Rée.
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