ADB:Wolkenstein, David

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Wolkenstein, David“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 44 (1898), ab Seite 136, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wolkenstein,_David&oldid=567580 (Version vom 25. Dezember 2009, 18:38 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Wolke, Christian Heinrich
Band 44 (1898), ab Seite 136. (Quelle)
Autor [[{{{9}}}|{{{9}}} in Wikisource]]
Nach PND-Nummer Suchen
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Wolkeustein: David W. (Nephelithus), Mathematiker und Musiker, ward am 19. November 1534 zu Breslau geboren. Ueber sein Leben ist wenig bekannt. 1553 bezog er die Universität Frankfurt. Später soll er in Wittenberg Melanchthon’s Schüler gewesen sein. Eine alte Tradition erzählt, daß er im Anfang der siebziger Jahre des 16. Jahrhunderts nach Straßburg kam, wo er dem Mathematiker Konrad Dasypodius (s. A. D. B. 17, 764) bei dem mehrere [137] Jahre in Anspruch nehmenden Bau der astronomischen Münsteruhr, eines viel bewunderten Meisterwerkes mechanischer Kunst, behülflich war. In Anerkennung seiner Leistungen wurde er wenige Jahre später auf Betreiben des Dasypodius und des Rectors Johann Sturm (s. A. D. B. XXXVII, 21) zum Professor der Mathematik an der Straßburger Akademie berufen. Neben dieser Wirksamkeit soll W. auch die Stelle eines ordentlichen Musikdirectors an der Akademie bekleidet haben. Daß er zum mindesten auch als Lehrer der Musik thätig gewesen ist, geht aus den von ihm hinterlassenen Schriften hervor: „Primum volumen musicum scholarum Argentoratensium“ (Argentorati IV. edit. 1579, V. edit. 1585); „Harmonia Psalmorum Davidis quatuor vocum“ (Argentorati 1583); „Psalmen für Kirchen vnd Schulen aufs die gemeine Melodejen syllaben weiß zu vier Stimmen gesetzt“ (Straßburg 1583); „Henrici Fabri Compendium musicae cum compendio recognito, cui in usum Academiae Argentoratensis cum vulgaribus tonorum psalmodiis cantica ecclesiastica quatuor vocibus a D. Wolckenstein composita adjecta sunt.“ (Argentorati 1596). – W. starb zu Straßburg am 12. September 1592.

M. Hippe.
Persönliche Werkzeuge