ADB:Wurzinger, Karl

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Artikel „Wurzinger, Karl“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 55 (1910), ab Seite 138, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wurzinger,_Karl&oldid=668722 (Version vom 24. Dezember 2009, 20:59 Uhr UTC)
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Band 55 (1910), ab Seite 138. (Quelle)
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Wurzinger: Karl W., Historienmaler, geboren 1817 zu Wien, † am 16. März 1883 zu Döbling bei Wien. Eines Hausmeisters Sohn wurde er 1832 in seinem vierzehnten Lebensjahr Schüler der k. k. Akademie der [139] bildenden Künste in Wien. In der Ausstellung bei St. Anna erschienen 1844 seine ersten Werke: „Bildniß des Grafen Khevenhüller-Metsch“, „Eitelkeit“, „Orombello“, und 1845 das Gemälde: „Joseph erzählt den Brüdern seinen Traum“. Für ein historisches Bild mit dem Kaiserpreis ausgestattet, verließ er 1847 Wien, um sich in Italien weiter auszubilden. Das Hauptergebniß seines zehnjährigen Aufenthaltes in Rom waren die beiden großen Historienbilder „Tod König Ottokar’s in der Schlacht auf dem Marchfeld“ und „Kaiser Ferdinand II., in der Hofburg von den böhmischen Rebellen bedrängt“. Mit letzterem beschickte er 1856 die Wiener Ausstellung; es wurde dann für die k. k. Belvederegalerie angekauft und befindet sich jetzt im k. k. kunsthistorischen Hofmuseum in Wien. Auf seinen früheren Wanderungen durch Ausstellungen in anderen Städten (wie 1862 in Köln) mußte es sich eine sehr getheilte Kritik gefallen lassen. Noch 1856 erhielt W. den Ruf an die Akademie der bildenden Künste in Wien als Professor für Malerei an der Vorbereitungsschule, der nachmaligen allgemeinen Malerschule, woselbst er auch einige Zeit eine Specialschule für Historienmalerei leitete. Er widmete sich fortan mehr dem Lehramt als eigener künstlerischer Thätigkeit. Seine nicht sehr zahlreichen Werke sind gewissenhaft gearbeitet, wenn es ihnen auch bei dem zeitlich bedingten äußerlich theatralischen Charakter in Composition, Lichtführung und Affectausdruck an eigentlich persönlichem Leben gebricht. Nennenswerth neben einigen Porträts sind noch folgende seiner Gemälde: „Albaneserin“, 1863; „Mädchen aus dem Sabinergebirge“, 1865; „Apokalyptische Reiter“, „Hektor’s Abschied“, „Saul und David“, „Rüdiger von Starhemberg bei der Türkenbelagerung“, 1868 in allerhöchstem Auftrag gemalt. Der Senior des damaligen Professorencollegiums, starb er im 66.Lebensjahre als Ritter des Franz Josephordens, des bairischen Michaels- und des päpstlichen Gregorordens.

Wurzbach, Biographischeos Lexikon d. Kaiserthums Oesterreich, Bd. 59. – Neue Freie Presse vom 18. März 1883.
Franz Vallentin.
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