Abbildung der Schlacht so bey Lützen den 6. Novemb. 1632. Geschechen
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ABBILDVNG DER SCHLACHT SO BEY LÜTZEN DEN 6. NOVEMB: 1632. GESCHECHEN. Was etwa von der vorm Jahr den siebenden Septemb. bey Leipzig geschehenen Hauptschlacht biß dato / mit beyden der Keyserischen Catho- lichen / vnd Evangelisch-Schwedischen vnd ChurSächsischen Armeen sonderliches vorgegangen / mit was Succeß beyder Theil sein Vornemen continuiret / wie sie auch den 6. Novemb.[1] dieses 1632. Jahrs abermal bey Lützen / 2. Meil von Leipzig / miteinander getroffen / vnd nach ergangenen langen Chargiren / vielen Blutvergiessen / vnd grossen Verlust die Keyserl. grosse Armee durch Beystand Gottes / das Feld zu reumen gezwungen worden / In was Macht der Keyserl. Generalissimus / Hertzog zu Friedlandt[2] mit sampt dem Ligistischen General / Graff von Pappenheim[3] sich eines / anders Theils Königl. May. zu Schweden / mit dero Armeen praesentiert / welche Regimenter / wie vnd wo sie getroffen / vnd was darneben denckwürdiges vorgangen / ausführliche Meldung neben geschiehet. Waser Gestalt es doch jederzeit im gemeinen Wesen zu geschehen pfleget / daß / so offt was Wichtiges vnnd Fürnemes angefangen wird / selbes ohne sondere Mühe vnd darbey vorlauffenden discommoditeten nicht mag vollzogen / vnnd zu Ende gebracht werden: Also darff sich niemand verwundern / daß / wie bey andern Händeln allen / also sonderlich bey diesen jetzigen fürnemen Expeditionibus vnd glücklich vnsers Theils angefangenen Kriegs Attentaten / nicht allein viel Mühe vnnd Zeit auffgewendet / sondern auch inmittelst viel andere Beschwerungen vnd inconvenientien[4] mit Verderbung schöner herzlicher Städte / Länder vnd Provincien, mit grossen Blutvergiessungen / Vergwaltigungen vnd andern vorfallenden enormiteten, ja mit Verlust vnd Einbiessung so manches tapfferen Heldens / welche / wann es ohne das wäre / der noch kommenden Posteritet[5] mit ihren stattlichen / durch lange Vbung vnd Wolverhalten erlangte Tugenden / in einem vielleicht besseren Statu hätten dienen mögen / nicht ohne sondere alteration[6] gesehen vnnd erfahren werden müssen. Denn wer ein wenig in sich geht / vnd beherziget / wie vnsere Feinde / die so Römische Catholische genandt / mit vns es gemeynet vnd noch meynen / wie sie das höchste Häupt deß Röm. Reichs / Keyserl. May. vnnd dessen vornembste Glieder auffgewiegelt / vnd wie sie alle ihre Macht daran setzen / ihren einmahl gefasten Propos zu exequiren, der kan leicht sehen / was difficulteten noch im Wege / dz so minder ein gewüntschter eventos allhier auffs eheste zu hoffen / will geschweigen zuerhalten. Vnd ob nun zwar vorm Jahr es sich ansehen ließ / als wolte die so lange gewüntschte Erfüllung vnserer Hoffnung ihren effect erzeichen / in deme die so hochgefürchtete / wol mundirte grosse Armee deß damals Ligistischen Generals Herrn Graf Johan von Tilly[7] / von dem Glorwürdigen / nunmehr hochseligsten Könige in Schweden[8] / vnd Churfürstl. Durchl. zu Sachsen[9] bey Leipzig in einer öffentlichen Feldschlacht[10] / geschlagen / auß dem Felde getrieben / vnnd bey nahe gantz ruiniret worden / so ist es doch durch vnserer Feinde wachenden Fleiß vnd vnnachlässige Antreibung dahin kommen / daß sie sich nicht allein damals wiederumb auffs mächtigste recolligiret, sondern auch noch einst das jenige / was vorm Jahr ergangen / fast eben an der Stelle / wiewol nicht ohne sondern Schaden vnd ruin deß meisten Theils dieses löblichen Churfürstenthumbs Sachsen / haben erfahren wollen. Denn nach dem Graff Johan von Tylli nach verlohrner Schlacht bey Leipzig / sich biß nach den Weserstrom retterirende[11] / daselbst vmb etwas sich recolligiret / vnnd nach gnugsamer Besetzung desselben Passes von dannen sich gewendet / hernach im Monat Octob. bey Aschaffenburg mit den Fuggerischen / Lothringischen vnd Altringischen Volck sich conjungiret / hat er nicht abgelassen dahin zu trachten / wie er den glücklichen Success der Königl. Schwed. May. in Fränckischen Landen / welche sich bereit der stattlichen Würtzburgischen Festung Königshofen / vnd der Stadt Würtzburg selbst damals durch sondere fortun[12], vnd Beystand deß Höchsten bemächtiget / hindern / vnnd wo müglich wegen bekommener harten Stösse sich an der Königl. Armada revangiren[13] möchte. Aber durch Göttliche providentz vnd hochgepreiste Dapfferkeit Königl. May. in Schweden / hat auch damals sein intent zu nichte werden / vnd vnter deß Ihr. May. nicht allein der freyen Reichs Städt Nürnberg vnd Franckfurt / sondern auch deß gantzen Francken Landes in kurtzem / ohne Spendirung vieles Volcks / theils durch accord, theils durch Gewalt Meister vnd Herr werden müssen. Ja es hat Kön. May. in Schweden nicht gefeyret ihren Feind ferner zu suchen / vnd durch Mannligkeit vnd Tapfferkeit der bey sich habenden Soldatesca dahin zugelangen / daß sie in kurtzem vieler vornemer Städte / Festungen vnd Pässe hin vnd wider am Rhein / in Beyern / Schwaben / Pfaltz auch Elsas sich impatroniret[14] / vnd dermassen sich verhalten daß sie nicht allein vber die Ligistische Armee zu vnterschiedlichen mahlen victorisiren[15] / sondern auch deroselben so hochgerühmbten vnd in gantz Deutschlandt gefürchteten General, Graff Johan von Tilly in Person / in der vornemen Haupt Schlacht / bey Rain am Lech gehalten / vbermannet vnd ertödtet erfahren können[16]. Auff Churfl. Durchl. Seiten ist inmittels auch nicht gefeyret / sondern die Expedition in Böhmen / vnd die darinn nicht vnglückliche Fortsetzung vorgenommen / auch in kurtzem ohne sondern Widerstandt die meisten vornembste Städt / wie auch die Königl. Residentz vnd Haupt Stadt Praga von Ihrer Excellentz Herrn Feld Marschall Arnimb[17] / im Monat Novembri / eingenommen worden: Ist auch diesem Handel zu consuliren[18] Ihr. Königl. May. in Franckreich[19] mit einer stattlichen Armada herauß gerücket / vnd ingleichen von den Nieder Sächsischen Ständen eine besondere Armada auffzurichten geschlossen vnd bestellet worden / daß also in vielen nicht geringe sperantz[20] erwachsen / das jenige / was mit so vielen sehnlichen Flehungen / intercessionen[21] vnd anderen güttlichen vnnd bittlichen tractaten man nicht erlangen können / endlich durch billiche vnd von allen Rechten zugelassene Gewalt vnd manu armata erhalten vnd recuperiret[22] werden möge. Wie nun diesen allen / vnnd man vermeynet / sie vnsere Feinde in dessen Betrachtung einsten die schwere Hand Gottes erkennen / vnnd von ihren grawsamen Wüten vnd vnbilligen Vornemen wo nich gar ab / doch nachlassen sollen / so ist doch solches nicht allein in keinem Wege erfolget / sondern von ihnen ferner continue nur dahin getrachtet worden / wie mit noch grösserer Macht vnd noch viel grewlicher furie sie vns anfallen / vnd so viel an ihnen / ihr wieder so viel gründliche ob- vnd protestationes Anno 1629. außgelassene / die restitution der geistlichen Güter betreffende / Edict[23] vollstrecken vnnd exequiren möchten / gestalt sie zu dem Ende den Hertzoge zu Friedland mit besondern vnterschiedlichen Ersuchungen / stattlichen pollicitationibus vnnd vornemen Vnterhandlungen wiederumb die arma zu ergreiffen / vnd eine newe Armada für Keyserl. May. auffzurichten vnnd zuführen endlich vermocht haben / darzu denn von denen Hispanischen vnd Vngarischen Königen / auch andern vornemen Catholischen Fürsten vnd Herren eine stattliche Summa Geldes deputiret vnd hergeschossen / vnd damit auch so viel außgerichtet worden / daß in kurtzem nicht allein eine grosse Armada zu Roß in Mähren / Böhmen / Oesterreich vnd dero Orten gesamblet / vnterschiedliche Städte vnd Plätze in Böhmen / so zuvor an Churfl. Durchl. zu Sachsen sich ergeben / wiederumb gewonnen / auch endlich nach der vmb wichtiger motiven vnd Vrsachen halber von der Churfl. Armee ergangener deß Böhmischen Landes Quittirung / selbes vnter ihr Joch vnd Contribution gebracht worden / sondern auch Ihr Kön. May. in Schweden nicht wenig vor Nürnberg von selber Friedländischen vnd der dabey gewesenen Bayerischen Armeen discommodiret[24] / vnnd eine geraume Zeit / da sonsten was fürnemes außgerichtet werden können / wegen deß vberauß grossen Vortheils / vnd stattlicher fester Wercke / so der Feind innen gehabt / still zu liegen genöhtiget worden[25] biß endlich wegen Vorfallung grossen Mangels an Proviant vnd Futeragi der Keyserl. Generaliss. moviret / auß seinem wolbefestigten Lager sich zu erheben vnnd fort zu rücken[26] / in Meynung das löbliche Churfürstenthumb Sachsen / weil kein sonderlicher Widerstandt von geworbener Soldatesca verhanden / in kurtzen vnter seine Gewalt zubringen / von dannen durch die Churfl. Marck Brandenburg seine verlohrne Länder Mechelburg / Stargard vnnd Rostock wieder zu besuchen vnd einzunemen[27] / sonderlich weil damals die Chur Sächsische Armee einen geraumen Weg von dar in der Schlesien / (welches Land sie in kurtzen mit nicht geringem Success[28] theils durch Accord, theils armis vnd mit Gewalt occupiret / die Keyserl. vorhin daselbst logirte Armee gantz ruiniret / vnd biß an Mähren glücklich gelanget) sich befunden / vnd in so schneller Eil zurück nicht commandiret werden mögen. Solch sein Vornemen nun auffs geschwindeste zu effectuiren / hat der Hertzog zu Friedlandt also bald seinen General Leutenant vnd Feld Marschall Heinrich von Holcke[29] mit einer wol mundirten Cavalleria vnd Infanteria sampt etlichen Stück grobes Geschützes vor sich hin commandiret / welcher im Monat Augusto dieses Jahrs in Voigt Lande eingefallen / vieler Oerter darinnen alß Adorff[30] / Oelßnitz[31] (welches sie spoliret[32] / niedergehawen / vnd in die Asche gelegt) / Plawen[33] / vnnd entlich auch der Stadt Zwickaw[34] mit Ergebung sich bemächtiget / in dem gantzen Lande mit allerley grawsamen hostiliteten vnd Plünderungen / mit Sengen vnd Brennen / mit Niederhawen vnnd dergleichen barbarischen Vergewaltigungen dermassen vbel gehausset / daß es auch bey den Steinen Erbarmung hätte finden mögen / auch darauff seinen March nach dem Elbstrom zu genommen / vnter wegens Kemnitz[35] / Freyberg[36] / Meissen[37] / vnd andere Ort im Monat Octob. nach geschehener conjunction mit dem Gallasischen Volcke[38] / vnterschiedlich an sich gebracht / vnd vnter dessen mit verübten grewlichen enormiteten dem Lande vnwiederbringlichen grossen Schaden zugefüget / biß endlich der Hertzog von Friedland / Keys. Generaliss. mit der gantzen völligen Armee, durch das Voigtland / auff Altenburg[39] selbst gefolget / vnd von dannen gerade nach Leipzig marchiret / welcher Stadt er sich durch den Vortrab den 17. Octob. erstlich praesentiret / durch einen Trompeter / dieselbe auffordern / vnd den 21. selbes mit schiessen vnd Fewerkugeln ihr dermassen zugesetzet / daß dieselbe endlich den 22. weil sonderlich in solcher Eil kein Succurs zu hoffen gewesen / sich mit Accord ergeben / vnd etlich Volck / so sich daß Castels Pleüssenburg / folgends am 23 Octob. gleichsfals mit Accord bemächtiget / einnemen müssen / da denn gleicher massen / auch der Ligistische General Graff von Pappenheim[40] zu Merseburg[41] ankommen / vnd mit der Friedländischen Armee sich conjugiret / vnnd also Königl. May. in Schweden / so mit wenig Volck durch Thüringen nach der Naumburg[42] in kurtzer Zeit ankommen / mit einander erwartet / wie sie denn folgender gestalt einander begegnet. Demnach Königl. May. in Schweden mit der Armee den 30. Octob. zur Naumburg angelanget / der General Friedländer aber zu Weissenfels selbst sich befunden / vnd es allermassen sich ansehen lassen / der Feind in Betrachtung deß etwas festen Passes vnnd vielfältigen Vortheils / so er innen gehabt / Standt halten / vnd eines Angriffs erwarten würde / derentwegen auch Ihr. Kön. May. vor Naumburg ein Läger vnnd Retrenchement[43] verfertigen lassen / hat derselbe doch sich flüchtig den 4. Novemb. von Weissenfels erhoben / Stadt vnd Schloß daselbst geplündert / vnd nach Lützen / 2. Meil von Leipzig / sich gewendet: Welchem aber Königl. May. eylend gefolget / den 5. Novemb. noch 3. Stund vor Tages / von Naumburg auffgebrochen / vnd noch selben Tages nach Mittag dem Feinde sich praesentiret / ihn durch Spielung grosser vnd kleiner Stücke / zu rücke getrieben / etlich Volck erleget vnd eine Stantarda, darauff die Fortuna vnnd der Reichs Adler gemahlet gewesen / von Crabaten[44] vberkommen / vnd wäre es noch 2. Stund Tag gewesen / wäre der Feind mehrentheils ruiniret worden / weil aber die Nacht vnd ein starcker Nebel eingefallen / ist es beyderseits still worden. Königl. May. haben die gantze Nacht in Bataglia gehalten / vnd waren Willens / den Feind noch etlich Stund vor Tage anzugreiffen / aber wegen deß dicken Nebels / so eingefallen / haben sie deß hellen Tages erwarten müssen: Der Feind aber hat hierzwischen seinen Vortheil wol ersehen / die beyde Graben am Wege / D. tieffer gemacht / vnnd Musquetirer darein geleget / daß sie gleichsamb eine Brustwehr daran gehabt. Nach dem nun Königl. May. das Morgen Gebett verrichten lassen / vnnd der Nebel allgemach durch die Sonne vertrieben / ein gutes Zeichen eines schönen hellen Tages geben thäte / haben sie alles Volck zu Roß vnd Fuß redlich zu fechten mit beweglichen Worten ermahnet / zu den Schweden vnd Finnen gesagt: Ihr redlichen Brüder / haltet euch heute wol / fechtet redlich vor Gottes Wort vnd ewren Könige / werdet ihr solches thun / so werdet ihr vor Gott vnd der Welt Gnad vnd Ehre haben / vnd ich will es euch redlich belohnen: werdet ihrs aber nicht thun / so schwer ich euch / daß ewres Gebeines nicht soll wieder in Schweden kommen. Zu den Deutschen aber sagten Ihr. May. Vnd ihr redlichen Deutschen Brüder / Officirer vnnd gemeine Soldaten / ich bitte euch sämptlichen / haltet euch auch Männlich / fechtet redlich mit mir / weichet nicht / wie ich denn mein Leib vnd Blut euch zum besten mit auffsetze / werdet ihr bey mir stehen / so wird vns Gott hoffentlich den Sieg geben / vnd werdet ihr vnd ewre Posteritet[45] es zu geniessen haben / wo nicht / so ist es vmb ewre Religion vnnd Libertet geschehen: Nach solchem sagten Ihr. Köngl. May. Nun wollen wir daran / das walt der liebe GOtt / vnnd ruft mit heller Stimm: Jesu / Jesu / Jesu hilff mir heute streiten zu deines heiligen Namens Ehr: Zogen also in voller Bataglia nüchtern / ohne Niessung Speiß oder Tranckes / gerade gegen dem Städtlein Lützen zu / da denn zu beyden Seiten deß Feindes Cavallerie sich praesentiret / biß so lange der General Friedländer das Fuß Volck neben den Windmühlen E. in Bataglie B. gebracht hatte / da sie denn auff der Seiten bey den Floßgraben K. wieder zurückgangen / vnnd sich auff der rechten Hand bey dem Städlein Lützen in voller Bataglie gestellt / auch zugleich das Städtlein Lützen in Brand stecken lassen / damit an selbigem Orte der Schwedischen Einfall verhindert würde / welche nichts minder vnverzagt in voller Bataglia auff der seiten des Städtleins vnd Floßgraben gerade zu avanciret / vnd der Keyserl. grossen Armee in guter Ordnung A. sich praesentiret / da denn also bald sie von deß Feindes groben Stücken F. bey den Windmühlen fast ernstlich empfangen / vnd nach dem in gleichen ihre Stücken sie gepflanzet / zu beyden seiten ein 2. Stund lang auff einander gespielet worden / biß zwischen 9. vnd 10. Vhr das Treffen recht angangen: vnnd marchirten also Ihr. Königl. May. mit der Avantguarde selbst gerade auff den Feind zu welcher / wiewol er ohne die 2. Graben am Wege D. mit den Mußquetirern sonst nicht geringe Vortheil innen gehabt / dennoch von der Schwedischen Briggada (12.) alles Schweden angefallen / auß den Graben ein wenig zurück getrieben / vnd der 7. Stücken so bey den Graben / also bald verlustig gemacht worden. Nach diesem ist auch die andere Schwedische Briggada (13., die Gvardie oder das gelbe Leib Regiment genandt) gefolget / welche schnell vber den Graben / vnd auff deß Feindes Briggada (48.) (vngeachtet deß Feindes Briggada wol 3. mahl stärcker vnnd mächtiger als der Schwedischen gewesen) mannlich getroffen / dieselbe gantz ruiniret vnd geschlagen / hernach auch auff die andere (49.) mit gleicher ruin vnd Trennung derselben gangen / vnd biß auff die dritte (50.) gelanget: Weil sie aber von so langem chargiren[46] zimblich schwach worden / auch die angefallene deß Feindes Briggada von einer andern Briggada (51.) vnnd 2. Squadronen Reutern (52/58.) secundiret worden / ist sie endlich nach scharffen Treffen mit sampt deß Obristen Winckels Briggada (14.) das blawe Regiment genandt / welche jener secundiren wollen / zurück getrieben / fast gantz ruiniret / vnnd die 7. Keyserl. Stücke wieder dem Feinde zu vberlassen gezwungen worden / in mittels aber hat man die Schwedischen Stücke / so vor den Briggaden sonst gehalten / auff die Windmühlen / da deß Feindes Stücke gepflantzet /(mit denen sonst auff Hertzog Bernhardt von Weymar Briggada (15.) dermassen gespielet worden / daß dieselbe sich hinder deß Müllers Häußlein N. ein wenig nach der Leng zu rück begeben müssen) zu richten vorgenommen / vnd nicht wenig Schaden beym Gegentheil damit vervrsachet. Es hat auch Anfangs alsobald Ihr. Kön. May. mit etlichen Squadronen Reutern (1/3/5/7/9/11. (welche Squadronen aber gleichfals ihr / deß Feindes / an Macht wol dreymahl vbertroffen) in dem rechten Flügel auff deß Feindes lincken Flügel (45/46/47.) getroffen / vnd denselben dermassen angefallen / daß nicht allein der Hinderhalt (59/60/61.) also bald durch solche furie geschröcket / durchgangen / vnnd die Flucht gegeben / sondern auch Ihr. Königl. May. selbst / weil sie mit (11.) als Schmaländern zu tieff hinein gesetzt / tödlich beschädigt / ihren Geist in armis, so sie allein pro Deo & religione tuend ergreiffen müssen / ritterlich vnd seliglich auffgeben. Nichts desto weniger aber haben sich 2. grosse Trouppen Crabaten (44./62.) so gleich auch an deß Feindes lincken Flügel gehalten / vnterstanden deß Königs rechten Flügel zu hinderschleichen / auch mit ihrer grossen furie vnd gewaltigen Geschrey so weit kommen / daß sie die Bagagi vnd munition Wägen I. erlanget / vnd dieselben / auch etliche von der Cavallerie in disordre gebracht / welche aber also bald von 3. Squadronen Reutern (41/42/43. (vnter welchen auch Obrister Leutenandt von Rölingen darüber in Arm geschossen) secundiret worden / so die Crabaten mit zimlichem Verlust wieder zurück getrieben. Mitler weil solches geschehen / hat auch Hertzog Bernhard mit dem lincken Flügel (16/18/20/22/24/26/27/28/29/30/31/32.) nicht gefeyret[47] / sondern mit denselben vnd bey sich führenden 1. Regiment Stücklein vnd commandirten Musqutetirern so zwischen der Cavallerie (17/19/21/23/25.) an deß Feindes rechten Flügel (53/54/55/56/57.) einen Angriff gethan / welcher sich an die Windmühlen bey den Stücken F. begeben / aber nach langem Treffen endlich auß dem Felde weichen / vnd die 14. stattliche Stücken den Vnserigen hinderlassen müssen; da denn auch wol zu wissen / daß eben da Hertzog Bernhardt angefallen / etliche deß Feindes Munition Wägen P. zwischen den Windmühlen vnd O. Galgen vnversehens mit Fewer angangen / vnd grossen Schaden causiret[48]. Was aber ferner vorgangen / wie nach Ankunfft der Pappenheimischen Armee[49] von Hall her der Ernst allererst recht angangen / welche Regimenter auff einander getroffen / hat man wegen so geschwind einfallender Nacht so eben nicht observiren[50] mögen / doch ist gewiß / daß das letzte Treffen schärffer gewest als das erste / denn auch die Flüchtigen bey Ankunfft der Pappenheimischen / sich recolligirt, vnnd wieder an die Vnserigen zu setzen angefangen / daß also dieser Ernst biß vmb 8. Vhr in die Nacht gewehret / vnd doch endlich durch Beystand Gottes vnnd Tapfferkeit Ihr. Fürstl. Gn. Hertzog Bernhards von Weymar / die Victoria auff vnsere seiten gefallen / in dem der Feind das Feld verlassen / sein Läger anzünden / neben etlicher Bagagi noch 3. Stück Geschütz / so er nicht gar fort bringen können / hinderlassen / vnnd seinen Weg wieder nach Leipzig nemen müssen. Vnd sich auff Keyserl. seiten geblieben / der Apt von Fulda / Graff von Pappenheim / Obrister Lan / Obrister Westumb / Obrister Leutenant Borda / Obrister Leutenant Taxheim / Obrister Leutenant Lampert / Obrister Leutenant Cammerhoff / Obrister de Foves, neben vielen andern Hohen- vnd Niedern Officirern vnd Soldaten / so nicht zu nennen; Anderseits seynd neben Ihr. Kön. May. General Major Itzler / vnnd Obrister Gerstorff geblieben / benebens Graff von Nilis / Obrister Winckel / Obrister Wildenstein vnd ander mehr verwundet / erstrecket sich die Summa alle[...] bey diesem Haupttreffen geblieben / auff 9000. Mann. GOtt dem Allmächtigen sey vor geschechene Victori ewiges Lob vnd Danck gesagt / der wolle nochmals ferner seiner Barmhertzigkeit eingedencket seyn / für vns gegen vnsere Feinde streiten / vnnd vns einmal den edlen so lang gewünschten Frieden geben vnd restituiren.
[Bearbeiten] Anmerkungen
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