Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):117

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CXVI verso:[Bearbeiten]

Das sechst alter

Jar der werlt .vm.iiijc.xxiij.               Jar Christi .ijc.xxiiij.[1]

Nuremberg chronicles f 116v 3.png

Vrbanus der erst ein babst vnd geporner roemer was vnder M. aurelio antonino dem kaiser im .iic.xxiiij. jar christi an lere vnd heiligkeit des lebens fast scheinper vnd zohe vil menschen mit seiner sunderer lere zum glawben. vnnd sunderlich Valerianum den fuertreffenlichen man sant Cecilien gesponsen vnd Tiburcium seinen bruder. die darnach die marter mit bestendigem gemueet erlidden. Diser babst hat gesetzet das fueran nymant zu bischoff erwelet werden solt er wer dann vor briester oder diacon geweihet. Item das die kirch die ligenden gueter grund vnd poden von den glawbigen gegeben nemen moecht vnd des gleichen die nutzung allen clericken von mannen zu mannen. vnnd nichtz eins allain besunderlich. sunder ein gemains guet sein solt. Aber es ist hewt daruon komen. so groß ist der menschen aigennutzigkeit. eingriff vnd girigkeit worden. vnd er wardt am .xxiiij. tag may mit der marter gekroent. Als er vier iar .x. monat .xij. tag geseßen was. des mals rueet der stuel .xxx. tag.

Poncianus der babst ein roemer was zu den zeiten Alexandri des kaisers im .ijc.xxviij. iar Christi. von erpawung der statt rom im .ixc.lxxiiij. iar[2] gar ein gueter vnd hailiger man vnd wardt auß anregen der abgoeter pfleger auff des kaisers gescheft auß der statt Rom in die inseln Sardiniam mit Philippo dem briester getriben. daselbst er nach erduldung vil bekuemernus vnd schwerer pein von cristelichs glawbens wegen gestorben ist. Sein leichnam wardt von babst Fabiano darnach mit großer erwirdigkeit vnd auß bitte aller geistlichkeit wider gem Rom gebracht vnd begraben. Als er im babsthumb newn iar fuenff monat zwi tag geseße wz. vnd feyret der stuel des mals .x. tag.

In etlichen historien findt man das Ciriacus nach Ponciano babst worden sey vnd das babsthumb verlaßen hab das er mit den .xim. iunckfrawen durch marter bekroenet werden moecht. aber rechnung der zeit laßet das nit zu. als die legend der selben iunckfrawen anzaigt. vnd er sol ein iar vnd drey monat geseßen sein. doch ist er in dz salbuech der bebst nit gesetzt darumb dz er on wider der vater willen vom babsthumb abstund.

Jar der werlt .vm.iiijc.xxxiij.               Jar Christi .ijc.xxxiiij.[3]

Antherus der babst ein kriechisch vnd fast guet man hat gesetzet dz die geschihten der martrer fleißigclich erforchet vnd von den notarien beschriben vnd in die schatzkamer der kirchen gelegt werden solt. das die gedechtnus mitsambt dem leben der rechtthuenden menschen nit vergienge. Item er ordnet das ein bischoff nach verlassung seins ersten bischoffthumbs ein anders bischoffthumb von notturft vnd nutzs wegen nit seinselbs sunder seiner befolhner schaff annemen moecht mit willen des babsts. aber ettlcih halten es yetzo anders nit sorg tragende ire schaff zewaydnen sunder iren aignen nutz vnd wie sie die zinss vnd gillt auch groß hoffgesind meren zesuchen. Antherus aber gieng allain mit eim bischoff in die marter. als er .xi. iar einen monat zwolff tag geseßen was. der stuel rue .xiij. tag.

Nuremberg chronicles f 116v 1.png

Tiburcius vnnd Valerianus gebruedere die hohberuembten roemischen burgere warden zu diser zeit mit hilff der iunckfrawen Cecilie durch Vrbanuz den babst zum glawben gefuert vnnd daranch auß befelhnus Almachij des richters erstlich mit kolben geschlagen vnd zu letst mit dem schwert getoedt alle vmb des cristenlichen namens willen. So wardt Maximus der beruembt man (der sie im kercker enthielt) auch ein crist vnd mit pleyzaynen so lang geschlagen bis er mit todt verschide. des leichnam hat Cecilia mit Tiburcio vnd Valeriano thun begraben am .xiiii. tag des monats aprilis.

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Cecilia die roemisch iunckfraw an leiplicher zierde. sitten heiligkeit vnnd loeblicher keuescheit scheinpar was ein einige tochter irer eltern. die sie mit koeniglichen reichthuemerñ dem vorgenanten roemischen edeln iungling Valeriano zu der ee vermahelten. denselben hat sie mitsambt Tiburcio zum cristenlichen glawben angewisen vnd sie in geduldung irer marter mit sueßer lere vnd bestendigkeit vermanet. als sie sich dann auch bestendigclich hielt in irem leyden in irem vaterlichen haws. das dauor durch babst Vrbanum auff ir beger got geweihet was. dann als Almachius dise Ceciliaz den abgoettern zeopffern benoetigen vnd ire eltern sie auch darzu dringen wolten. vnd aber Cecilia sich des widerte vnd ein christin bekennet do schaffet Almachius sie in irem haws mit siedendem wasser tag vnd nacht zeprennen vnd als sie dauon vnuerletzt blib darnach zeenthawbten vnd als ir der nachrichter drey straich gegeben het vnd ir das hawbt nit abschlagen kund. vnd aber nach roemischem gesetz verbotten was den vierden straych zethun. do ließ er sie halb lebendig vnd sie taylet in dreyen tagen ire gueter vnder die armen. vnd befalhe babst Vrbano die. die sie zum glawben bekeret het. vnnd starb am .xxij. tag des monats nouembris zu der zeit kaiser Alexanders.

CXVII recto:[Bearbeiten]

der werlt
Blat CXVII
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Bassianus des vorgenanten Seueri sun. der aurelius antoninus caracalla zuogenambt wz ein roemischer kaiser. dann als Seuerus zumal alt verschiede do ließ er zwê suene Bassianum vnd getam. Bassianus was seins vaters nachkomen in dem kaiserthumb aber Geta wardt fuer einen offenbaren feind geurteilt vnd erslagen von seins mit allen boßheiten befleckten lebens vnd auch des todtschlags wegen an Pompiniano dem recht gelerten begangen. Bassianus aber was scherpffer vnd in aller flaischgirigkeit vnmassiger denn sein vater vnd ließ kein geschlecht der boeßtatigkeit in seinem leben vnderwegen. Er vermehelt ime sein stiefmuter zu eim weib. er hieß die ihenen enthawbten die ertzney fuer das viertagig vnd drytagig fieber am hals truogen: so warden die von ime verdambt die an die seueln harmten. Zu letst wardt er im krieg wider die Parthier erslagen im sechsten iar vnnd andern[4] monat seins kayserthumbs vnd[5] im. xliij.[6] iar seins alters.

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Opilius macrinus hat nach ertoedtung Bassiani caracalle das kaiserthumb erobert mitsambt seinem sun vnd Albino. aber nach dem sie nit lenger dann ein iar vnd zwê monat geherrscht haben so haben sie auß kuertze der zeit nichtz gedechtnus wirdigs geuobt sunder sind darnach in zwitracht der ritterschaft erslagen worden vnd nemlich Macrinus von Heliogabolo bey Antiochia. Dyadumenus aber wardt vom vater Antoninus genant vnd ime das kaiserthumbs dieweil er noch ein kint wz gemaynclich zugenaigt. Diss was ob allen kinden dz wolgestaltist. lengleter person. gelbs hars. schwartzer awgen. zu aller zier gestrichner nasen. geschmuckts kyns vnd zum kuss beraits munds. als er zu erst seinen kaiserlichen geschmuck antete do erschine er also zierlich das er von menigclichen geliebet wardt. So wardt Clodius albinus in Gallia ein kaiser genant von edelm geschlecht. vnd nach dem diese ein kurtze zeit geregirt. oder aber nichts das der gedechtnus wirdig ist begangen haben. so sind sie von ettlichen geschiht beschreibern vnder wegen gelassen worden. doch hat allain Albinus von frasserey wegen bey den hirten einen namen vnd gedechtnus erlangt. dann er hat (als Cornelius spricht) auff ein nachtmal hunder campanisch pfirsing. x. hostiensisch melawn. vc. feygen vnd vierhundert meer schnecken geessen.

Marcus aurelius antoninus empfieng das kaiserthumb. vnnd ist (als man maynt) des vorgenanten kaisers Caracalle auß Semiamira seinem schoensten zuweib sun gewest. Ettlich sprachen er wer auß dem gemaynen gepoefel empfangen. Diser kaiser gepote sein muter in den roemischen rat zebitten. Diss ist der allererst kaiser vnder dem ein weib an stat eins mans in den rat gegangen ist. Er machet den weibern ein sunder rathaws. die machten vnder andern lachterlichen gesetzen wie die weiber geklaid geen vnnd welche der andern weichen vnnd gegen der andern aufsteen solten etc. Diser Hiliogabalus hat kein andere gedechtnus dann aller schnoedigkeit vnd schentlichkeit hinder ime gelaßen. iunckfrawen geschwecht. buebische weiber alweg im haws gehabt. vnd den Roemischen ratgeben Sabinum hingethan wirdigkeit vnd ere den boeßen vnd lasterlichen lewten beuolhen. vnd vnder den Roemischen kaysern erster silberin tisch vnd behalter gehabt. vnd als er von seinen freuenden gewarnet wardt sich zehelten das er nit in armuot koeme: do antwurtet er vnnd sprach. was ist bessers dann mirselbs vnd meinem weib erb zewerden. Er verdrucket sein arglistig liebkoeser ob tisch mit feyeln vnd pluomen also das ir ettlich dauon starben. Er erdacht auch ettliche geschlecht der flaischgirigkeit. aber von diser vnsinnigkeit wegen wardt er also verschmeht das er in einer aufruor der ritterschaft mitsambt seiner muter erslagen vnd daruor von den lotter buoben durch die gassen vnd haymliche stinckende winckel schnoedigclich gefueert wardt im vierden iar seins kaiserthumbs vnd also endet sich der namen Antoninorum.

Allexander ist nach ertoedtung Heliogabali kaiser worden vnd het ein cristenliche muter Mâmea genant. Diser was ein sunders ebenpild der tugent. vnd zu widerpringung des gemaynen nutzs der auß laster der fordern kaiser in abfal komen was hoh geflißen. darinn warñ ime bestendig vnd hilflich Julius frontinus der hohgelert. vnd Vulpianus vnd Paulus in werltlichen rechten tiefferfarñ mann. Er lebet an alles geprengk vnd eregeitzigkeit. vnd was solcher fuertrechtigkeit das er von nymant betrogen werden mocht. Er verachtet gelt vnd liebkosung vnd edelgestayn. Er wolt christo einen tempel pawen vnd ine vnder die zal der goetter nennen. Diser Alexander noch also iung ein kaiser erkorn fieng bald wider die Persier einen krieg an vnnd vberwande xersen irn konig bestendigclich. So was er also ein ernstlicher straffer ritterlicher zuechtigung das er auch ettlich gantz schar entgweltiget darumb wardt er in aufruor der ritterschaft bey Mayntz in Gallia erslage im. xiij. iar seins kaiserthumbs. wenn dieser kaiser ymant straffet so ließe er durch einen schergen außruoffen dz er dann offt von den christen gehoert het. Was du nit woelst dir zegeschehen das thuo auch eim andern nicht. vnd dz hieß er auch an den strassen an offen enden einschreiben.


  1. [WS: Jahr 5423 der Welt, 224 n. Chr.]
  2. [WS: 974 „ab urbe condita“]
  3. [WS: Jahr 5433 der Welt, 234 n. Chr.]
  4. [WS: „andern“ heißt „zweiten“]
  5. [WS: korrigiert, im Text „vud“]
  6. [WS: 43.]