Die elektrischen Kräfte/Zusammenstellung:§55
| « Zusammenstellung:§54 | Carl Gottfried Neumann Die elektrischen Kräfte |
[[Die elektrischen Kräfte/|]] » | |||
|
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
|
|||||
|
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).
|
|||||
Ein starrer Körper
enthalte in seinem Innern ein System von Solenoiden, oder allgemeiner ein System von geschlossenen gleichförmigen Strömen; und ausserhalb dieses Körpers befinde sich ein biegsamer Drahtring
, durchflossen von einem gleichförmigen Strome
. Sowohl
als auch
seien begriffen in beliebig gegebenen Bewegungen; es sollen diejenigen ponderomotorischen Arbeiten eldy. Ursprungs:

des Stromringes
während der Zeit
auf einander ausüben.
Die Summe beider Arbeiten ist leicht angebbar nach einem früheren Satz (pag. 238), nämlich darstellbar durch
(1. ) |
![]() |
Um den Sinn dieser Formel darlegen zu können, denke man sich einen mit
starr verbundenen, nach allen Seiten beliebig weit ausgedehnten Raum (
), welcher an der Bewegung jenes Körpers theilnimmt. Alsdann bezeichnet
diejenige Fläche, welche das Segment
während der Zeit
im Raume (
) beschreibt. Diese Fläche
wird, weil jene Zeit unendlich klein ist, die Form eines unendlich schmalen Streifen besitzen, und zu beiden Seiten begrenzt sein von denjenigen Curven
, welche das Segment zu Anfang und zu Ende der Zeit
im Räume (
) occupirt. Endlich bezeichnet
das Potential der in
enthaltenen Ströme auf einen die Peripherie von
umlaufenden Strom von der Stärke Eins, dessen Richtung längs
übereinstimmt mit der Richtung des gegebenen Stromes
.
Aus der für die totale Arbeit geltenden Formel (1.
) können mit Leichtigkeit analoge Formeln deducirt werden für die einzelnen partiellen Arbeiten.
Die partielle Arbeit
ist nämlich identisch mit derjenigen totalen Arbeit, welche stattgefunden haben würde, falls man den Körper
in der von ihm zu Anfang der Zeit
occupirten Lage absolut fixirt, das Segment
hingegen seiner gegebenen Bewegung überlassen hätte. Die diesem fingirten Falle entsprechende totale Arbeit ist aber nach (1.
) gleich
, wo
wiederum diejenige Fläche vorstellt, welche das Segment
während der Zeit
im Raume (
) beschreibt, nur mit dem Unterschiede, dass jener Raum, ebenso wie der Körper selbst, gegenwärtig absolut fixirt zu denken ist. Somit ergiebt sich also:
(1. ) |
![]() |
und in ähnlicher Weise erhält man andererseits:
(1. ) |
![]() |
In diesen Formeln (1.
) haben alsdann
folgende Bedeutungen:
![]() |
die Fläche, welche im Raume während der Zeit in Wirklichkeit beschreibt; |
![]() |
die Fläche, welche im Raume während der Zeit beschrieben haben würde, falls man [ohne in der Bewegung von eine Aenderung eintreten zu lassen] jenen Raum in der von ihm zu Anfang des Zeitelementes occupirten Lage absolut fixirt hätte; |
![]() |
die Fläche, welche im Raume während der Zeit beschrieben haben würde, falls man [ohne in der Bewegung von und eine Aenderung eintreten zu lassen] das Segment in der von ihm zu Anfang der Zeit occupirten Lage absolut fixirt hätte. |
Die Formeln (1.
) gestalten sich anschaulicher, sobald wir annehmen, dass die innerhalb
befindlichen Ströme lauter Solenoide sind; denn alsdann können die Potentiale
u. s. w., auf Grund eines früheren Satzes (pag. 255), durch gewisse Kegelöffnungen ausgedrückt werden.
Nach jenem Satze hat nämlich das Potential eines Solenoidpols
auf einen ebenen geschlossenen Strom von der Stärke Eins den Werth:
| (2.) | ![]() |
wo
die Constante des Ampère’schen Gesetzes, und
die reducirte Kegelöffnung des Poles
in Bezug auf den Strom vorstellt. — Ist der gegebene Strom nicht eben, so ergiebt sich für das in Rede stehende Potential der complicirtere Ausdruck:
| (3.) | ![]() |
wo
die reducirten Kegelöffnungen des Poles
in Bezug auf diejenigen unendlich kleinen Ströme
vorstellen, in welche der gegebene Strom zerlegt werden kann. Der Bequemlichkeit willen werde der Ausdruck:
| (4.) | ![]() |
kurzweg die dem gegebenen Pol entsprechende reducirte Kegelöffnung genannt. Mit andern Worten:
(5.) ..... Unter der reducirten Kegelöffnung eines Pols in Bezug auf einen geschlossenen (ebenen oder nicht ebenen) Strom soll die Summe derjenigen reducirten Kegelöffnungen verstanden werden, welche jener Pol besitzt in Bezug auf die den gegebenen Strom ersetzenden unendlich kleinen Ströme.
Enthält also der Körper
im Ganzen
Solenoide, so wird das in (1.
) vorhandene Potential darstellbar sein durch:
|
| (6.) | ![]() |
wo die Summe rechter Hand
Glieder umfasst; in jedem Gliede ist unter
die reducirte Kegelöffnung des betreffenden Poles
in Bezug auf die Stromfläche
zu verstehen. Die Formeln
erhalten hiedurch folgendes Aussehen:
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
wo
die reducirten Kegelöffnungen des Poles
in Bezug auf die Stromflächen
vorstellen.
Bemerkung. — An die Formeln
und
schliesen sich unmittelbar gewisse Erörterungen über die elektromotorischen Kräfte.
Setzt man nämlich voraus, dass die im Körper
enthaltenen geschlossenen Ströme nicht nur gleichförmig, sondern auch constant sind, so ist die Summe der von diesem Körper im Segmente
während der Zeit
inducirten ektromotorischen Kräfte, abgesehen vom entgegengesetzten Vorzeichen, gleich gross mit derjenigen ponderomotorischen Arbeit, welche
und
während jener Zeit
wechselseitig aufeinander ausgeübt haben würden, falls in
ein Strom von der Stärke Eins vorhanden wäre (Satz, pag. 235). Bezeichnet man also jene Summe von elektromotorischen Kräften mit
, so ist:
![]() |
![]() |
Hieraus folgt nach 
![]() |
![]() |
oder, falls die in
enthaltenen Ströme lauter Solenoide sind, nach 
![]() |
![]() |
Diese letztere Formel, angewendet auf den Fall eines einzigen Solenoidpols, würde lauten
wobei wohl zu beachten, dass die Kegelöffnung
auch dann einen gewissen Werth besitzen kann, wenn die relative Lage zwischen
und
während der Zeit
ungeändert bleibt. Denkt man sich nämlich das Segment unbeweglich aufgestellt, und den Körper
in welchen der Pol
eingeschlossen ist, in Rotation versetzt, um eine durch
gehende Axe, so beschreibt
in dem mit
verbundenem Raume
eine gewisse Fläche
und dieser entspricht eine gewisse Kegelöffnung 

)
)
während der Zeit 















