Franz Olck
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[Bearbeiten] Biografie
Franz Theodor Olck[1] wurde im Dezember 1841 oder Januar 1842[2] in Königsberg[3] als Sohn des Kaufmannes H. Olck[4] geboren. Sein Großvater war höchstwahrscheinlich der Pfarrer Christian Heinrich Olck (1753–1804), der von 1782 bis 1804 in Emden wirkte.[5] Von 1854 bis Michaelis 1860 besuchte Olck das Königliche Friedrichs-Kollegium in Königsberg (damals unter dem Rektor Johannes Horkel), davon die letzten zwei Jahre in der Prima.[6] Anschließend bezog er als Student der Theologie die Königsberger Universität. Zum Sommersemester 1862 wechselte er nach Heidelberg.[7] Wo er sein Examen ablegte, steht nicht fest; promoviert wurde er jedenfalls nicht. Zu Ostern 1864 wurde Olck als Kandidat und Mitglied des Königlich pädagogischen Seminars auf dem Königsberger Realgymnasium auf der Burg angenommen[8]; 1867 wurde er zum ordentlichen Lehrer ernannt.[9] Die Beförderung zum Gymnasialprofessor erfolgte 1884;[10] am 1. April 1894 trat er in den Ruhestand.[11] Seinen Tod in Königsberg am 25. November 1905 zeigt nur eine Fußnote in der Monografie eines mit ihm in Kontakt stehenden jüngeren Gelehrten an.[12] Offenbar war Olck kinderlos.
In seinen Jahren als Gymnasiallehrer in Königsberg begann Olck, der nicht promoviert war, seine historisch und philologisch ausgerichtete Publikationstätigkeit. Neben einer frühen philologischen Arbeit (Die unechten Stellen in den Oden des Horaz, 1868) beschäftigte er sich mit Zeitfragen (Die neuesten Ansichten über die Ziele des höheren Unterrichts, 1878; Die Nationalität in Ostpreußen, 1881) und besonders mit der Klimatologie, Botanik und Chronologie (Hat sich das Klima Italiens seit dem Altertum geändert?, 1887; Die Kalenderdaten in Catos Schrit De Agri Cultura, 1890; Zur römischen Chronologie für das 4. bis 6. Jh. der Stadt, 1894; Der Akanthus der Griechen und Römer, 1895). Sein Schwerpunkt aber bildeten Forschungen zum Ackerbau der Antike. In diesem Bereich verfasste er zahlreiche Artikel für die Neubearbeitung von Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (unter Georg Wissowa, ab 1893), sowohl im Überblick (z. B. Ackerbau, Bienenzucht, Gartenbau) als auch über Erzeugnisse (Βίβλινος οἶνος, Bier), Werkzeuge (Bidens (2), Bipalium), Nutzpflanzen (Aphake (2), Casia, Citrone, Cypresse, Eiche) und -tiere (Biene). Die von ihm verfassten Artikel erschienen noch lange nach seinem Tod, der letzte im 9. Halbband der 2. Reihe (1934: Taxus, bearbeitet von August Steier), also fast drei Jahrzehnte nach seinem Tod.
[Bearbeiten] Werke
- Die unechten Stellen in den Oden des Horaz, Schulprogramm, Königsberg 1868
- Die neuesten Ansichten über die Ziele des höheren Unterrichts, Königsberg 1878
- Die Nationalität in Ostpreußen, in: Sitzungsberichte der Altertumsgesellschaft Prussia, Band 37 (1880–81)
- Hat sich das Klima Italiens seit dem Altertum geändert?, in: Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik, Bd. 135 (1887), S. 465–475 (Google-USA* IA?)
- Die Kalenderdaten in Catos Schrift de Agri Cultura, Schulprogramm, Königsberg 1890
- Zur römischen Chronologie für das 4. bis 6. Jh. der Stadt, in: Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik, Bd. 149 (1894), S. 241–253 (Internet Archive)
- Der Akanthus der Griechen und Römer, in: Festschrift zum Fünfzigjährigen Doctorjubiläum Ludwig Friedlaender, Leipzig 1895, S. 337–359 (Google-USA*)
[Bearbeiten] Artikel in Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
Alle RE-Artikel von Franz Olck
[Bearbeiten] Literatur
- Centralblatt für die gesammte Unterrichtsverwaltung in Preussen, Jahrgang 1867, S. 517 (Google)
- Deutsche Literaturzeitung, 8. Jg. 1894, S. 510 (Google-USA*)
- Schulprogramm des Realgymnasiums auf der Burg von 1865, S. 24 (Google)
- Wochenschrift für klassische Philologie, 1. Jahrgang 1884
- Alexander Dedekind: Ein Beitrag zur Purpurkunde, Band 2, Berlin 1906, S. 122. S. 370 unten [S. 369 Anm. 2 cont.]
- Gustav Toepke: Die Matrikel der Universität Heidelberg, 6. Teil, Heidelberg 1907, S. 435 (Google-USA*)
- Gustav Zippel: Lehrer und Abiturienten des Königlichen Friedrichs-Kollegiums zu Königsberg Pr. 1698–1898, Königsberg 1898, S. 30–31 (Beilage zu: Geschichte des Königlichen Friedrichs-Kollegiums zu Königsberg Pr. 1698–1898, Königsberg 1898, Google-USA*)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Diese Namensform findet sich nur bei Zippel.
- ↑ Geschätzt nach den Angaben von Toepke (Alter: 20 Jahre am 9. Mai 1862) und Zippel (Alter: 18¾ an Michaelis 1860).
- ↑ Toepke. Zippel.
- ↑ Toepke. Zippel. Vorname nicht ermittelt. Ein Kaufmann H. Olck aus Emden findet sich 1818 und 1824 als Subscribent geographischer Bücher über Ostfriesland von Fridrich Arends. Vorname Hinrich oder Heinrich? Siehe Anm. 5.
- ↑ Zu ihm siehe Johannes Ohling: Ostfriesland im Schutze des Deiches: Ostfriesische Kirchengeschichte, Bd. 6, Pewsum 1969, S. 403; außerdem Meusel, Lexikon, Bd. 5, Lemgo 1797, S. 511. Der letzte Wirkungsort stimmt mit dem Wirkungsort des Kaufmannes H. Olck überein (s. Anm. 4).
- ↑ Toepke.
- ↑ Zippel.
- ↑ Schulprogramm von 1865.
- ↑ Centralblatt für Unterrichtswesen 1867.
- ↑ Wochenschrift für klassische Philologie.
- ↑ Deutsche Literaturzeitung.
- ↑ Dedekind 369. Anm. 2 (S. 370 unten).