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Das älteste Schloss zu Unwürde war ein kleines hölzernes Gebäude, und wurde im Jahre 1425 bei der Belagerung Löbaus von den Hussiten gänzlich zerstört. Später wieder aufgebaut, stand es bis 1727, wo ein Herr von Hund und Altengrotkau das noch jetzt stehende stattliche und geräumige Schloss aufführen liess, von dessen Höhe man eine reizende Aussicht über die Löbauer Gegend und das Sächsisch-Böhmische Gebirge geniesst. Der Garten des Schlosses ist von nicht geringer Bedeutung. Rittergut und Dorf Unwürde sind nächst Grossdehsa, Jauernick, Peschen, Eiseroda, Nechen, Breitendorf, Laucha, Carlsbrunn, die Hälfte von Wohle, Georgewitz, Wendisch-Paulsdorf, Wendisch-Cunnersdorf, die Hälfte von Rosenhain, Zoblitz, Bellwitz, Oppeln, Kleinradmeritz, Glossen, Lautitz, Alt- und Neucunnewitz, Mauschnitz und Hasenberg nach Kittlitz eingepfarrt. Das dasige Gotteshaus wird bereits in einer Bulle des Papstes Innocenz IV. vom Jahre 1252 genannt, und dass es bereits im zwölften Jahrhunderte vorhanden war, beweist die Inschrift einer ihrer Glocken: Felix namque es Sacra virgo Maria omni laude dig. MCCII. ie. quia ex te or. Nach vielen traurigen, hauptsächlich durch Krieg und Feuer hervorgerufenen Schicksalen wurde das sehr baufällige Gotteshaus im Jahre 1749 abgebrochen, wegen verschiedener Hindernisse konnte die neue Kirche jedoch erst 1796 eingeweiht werden. Sie ist licht, geräumig und geschmackvoll gebaut, enthält zehn herrschaftliche Betstübchen und zwei Emporen. Auch für den Alterthumsfreund birgt die Kirche zu Kittlitz manches Interessante, namentlich ist ein uralter Leichenstein mit dem Wappen der Nostitze zu erwähnen, dessen Inschrift noch Niemand entziffern konnte. Verschiedene Steinbilder längst verstorbener Ritter und Edelfrauen sind über den Grüften, die ihre Asche deckt, eingemauert. Nicht weniger sehenswerth ist ein nicht mehr gebrauchter, beinahe fünfhundert Jahre alter Altar, welcher in der Sakristei aufbewahrt wird und durch kunstreiche Schnitzarbeit und Vergoldung sich auszeichnet. Unter der grossen Menge Figuren, welche diesen Altar schmücken, befindet sich auch die knieende Gestalt eines Mannes mit dreifacher Krone auf dem Haupte, hinter dem ein Scharfrichter steht, um ihm den Kopf abzuschlagen. Ein komischer Zufall hat es indessen gefügt, dass der Scharfrichter nicht nur die Hand mit dem erhobenen Schwerte, sondern auch den Kopf eingebüsst hat, während der Delinquent diesen noch auf seinen Schultern trägt. In der Parochie Kittlitz befindet sich ausser dem Pfarrer auch noch ein Diakonus, welchem die eigentliche und spezielle Seelensorge der Kirchkinder, mit Ausnahme der Herrschaften und der Breitendorfer Gemeinde, obliegt. Die Kirchenbücher der Pfarre gehen nur bis 1703 zurück; eine Sage behauptet, die ältesten Kirchenbücher habe eine resolute Pfarrfrau, die nach dem Tode ihres Mannes sich in ihren Ansprüchen beeinträchtigt geglaubt, als Repressalien mit sich genommen. Die Kirchengemeinde besteht sowohl aus Deutschen wie auch aus Wenden, und der Hauptnahrungszweig derselben ist Ackerbau, Handarbeit und etwas Handel. Otto Moser, Redact.
Königswartha.
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G. A. Poenicke: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen III. Section. Leipzig 1859, Seite 22. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Ritterg%C3%BCter_und_Schl%C3%B6sser_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_III.djvu/30&oldid=1167210 (Version vom 9.07.2010)