Seite:Das Relativitätsprinzip (Minkowski).djvu/3

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im Raume unabhängig sind, noch eine gewisse weitere Symmetrie, die bei der gewöhnlichen Schreibweise nicht zum Ausdruck gebracht wird. Ich will hier, was übrigens bei keinem der genannten Autoren, selbst nicht bei Poincaré, geschehen ist, jene Symmetrie von vornherein zur Darstellung bringen, wodurch in der Tat die Form der Gleichungen, wie ich meine, äußerst durchsichtig wird. Es seien x, y, z feste rechtwinklige Koordinaten im Raume, im Äther, und t die Zeit. Es wird sich in der Folge um den quadratischen Ausdruck x2 + y2 + z2c2t2 handeln, unter c die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Lichtes im leeren Raume verstanden. Die Zeiteinheit mag so gewählt werden, daß c = 1 wird, d. h. also 1 / 3.1010 Sek. bei der Längeneinheit 1 cm. Es soll nun x_{1},\ x_{2},\ x_{3} statt x, y, z geschrieben werden, und ferner soll x4 für it gesetzt werden. Es ist dann natürlich x4 im folgenden immer eine rein imaginäre Größe. Jener quadratische Ausdruck geht in die Form

x_{1}^{2} + x_{2}^{2} + x_{3}^{2} + x_{4}^{2}

über, und wir werden es nun mit Gebilden in der vierdimensionalen Mannigfaltigkeit der x1,x2,x3,x4 zu tun haben. Der ganze elektromagnetische Zustand im Raume zu jeder Zeit läßt sich nun durch das Verhalten eines einzigen vierdimensionalen Vektors darstellen. Seine Komponenten seien \psi_{1},\ \psi_{2},\ \psi_{3},\ \psi_{4}. Dabei sind wieder \psi_{1},\ \psi_{2},\ \psi_{3} reell und ψ4 ist rein imaginär. In den Bezeichnungen, die Abraham in seiner elektromagnetischen Theorie der Strahlung hat, sind \psi_{1},\ \psi_{2},\ \psi_{3} die Komponenten \mathfrak{A}_{x},\mathfrak{A}_{y},\mathfrak{A}_{z} des elektromagnetischen Vektorpotentials \mathfrak{A}, und es ist \psi_{4}=i\varphi und \varphi das skalare elektromagnetische Potential. Dieser Vektor (ψ) hat nun in seiner Abhängigkeit von x_{1},\ x_{2},\ x_{3},\ x_{4} die folgende Bedingung zu erfüllen:

(1) \frac{\partial\psi_{1}}{\partial x_{1}}+\frac{\partial\psi_{2}}{\partial x_{2}}+\frac{\partial\psi_{3}}{\partial x_{3}}+\frac{\partial\psi_{4}}{\partial x_{4}}=0.

Der Differentialausdruck links mag Div(ψ) heißen. Außerdem kommt noch ein zweiter vierdimensionaler Vektor zur Geltung: (\varrho)=\varrho_{1},\varrho_{2},\varrho_{3},\varrho_{4}. Dabei ist \varrho_{4}=i\varrho, und \varrho bedeutet die Dichte der Elektrizität pro Volumeneinheit, und \varrho_{1},\varrho_{2},\varrho_{3} sind die Komponenten des räumlichen Vektors \varrho\mathfrak{v} bei Abraham, wo \mathfrak{v} die Geschwindigkeit der konvektiv bewegten Elektrizität bezeichnet. Endlich werde noch die Abkürzung \square für den Differentialausdruck

Empfohlene Zitierweise:

Hermann Minkowski: Das Relativitätsprinzip. Leipzig: Johann Ambrosius Barth, 1915. Seite 929. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Relativit%C3%A4tsprinzip_(Minkowski).djvu/3&oldid=828008 (Version vom 13.8.2009)

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