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besser beginnen! Aber nie können die Räder der Zeit sich für uns rückwärts drehen, und der Zug braust unaufhaltsam über die Ebene weiter; wie ein Ungeheuer breitet sich sein Schatten über die Fläche, wie ein Ungeheuer führt uns das Schicksal eilend weiter. Willenlos müssen wir ihm folgen, die wir nicht stark genug waren, selbst Schicksal zu werden, die wir die Jahre vergeudet und dann vertrauert.

Und die ganze Fahrt – wohin? wozu? –

Selig, wer sich aus der Kette der Verluste, als Opium letzter Stunde, den Glauben an ein Ziel gerettet.




9.
New York, Oktober 1899.

Lieber Freund! Nach viertägiger Fahrt sind wir endlich hier eingetroffen. Müde und verstaubt kamen wir gestern Abend an und fuhren gleich nach dem Waldorf Astoria. Ich wartete in der großen Halle des Hotels, während mein Bruder sich nach unseren Zimmern bei den Direktoren erkundigte, die wie Kronjuwelen oder Verbrecher hinter Gittern sitzen. Während ich so wartete, bildete sich allmählich ein Gedränge um mich, das

Empfohlene Zitierweise:

Elisabeth von Heyking: Briefe, die ihn nicht erreichten. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin 1903, Seite 38. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Briefe_die_ihn_nicht_erreichten_Heyking_Elisabeth_von.djvu/39&oldid=1196739 (Version vom 11.08.2010)