Seite:De Das Herrenrecht Spitzer Daniel.djvu/11

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habe, aber wenn dies der Fall ist, dann habe ich mich entschieden zu meinem Nachtheile gebessert. O, die Zeit bringt traurige Veränderungen hervor, du würdest mich nicht wieder erkennen, so vernünftig bin ich geworden. Nur einmal schien mein Glück, das schon so lange auf Reisen ist, wieder zurückkehren zu wollen, ich glaubte die Gelegenheit beim Schopfe zu fassen, aber ich behielt nur ihren Chignon in der Hand, während sie mir davon lief.

Ich hatte mich nämlich am vorigen Sonntag entschlossen, endlich einen lang gehegten Wunsch meiner Tante zu erfüllen und die Dorfkirche zu besuchen, um mich dort in der Andacht zu üben. Die Kirche war voll von Bauern und Bäuerinnen aus dem Dorfe und aus den Gehöften und Weilern der Umgebung. Auf sämmtlichen Gesichtern lag eine sonderbare Mischung von Sonnenbrand, Inbrunst und Durst. Da sah ich plötzlich aus der wirren Masse von rothen Ohren, schwarzen Filzhüten, fettglänzenden blonden und braunen Zöpfen, silbernen Jackenknöpfen, nackten Knieen, grellen

Empfohlene Zitierweise:

Daniel Spitzer: Das Herrenrecht. L. Rosner, Wien 1877, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Das_Herrenrecht_Spitzer_Daniel.djvu/11&oldid=1259063 (Version vom 17.10.2010)