Seite:De Etiquette Schubin Ossip.djvu/26

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hören, hätte ihm antworten können, und wieder bückte er sich nach einem Kieselstein, aber unschlüssig wog er ihn in der Hand, ließ ihn dann sinken. Er fand den Muth nicht, das Orakel zu befragen; die Sache ging ihm zu nah.

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Halb zwei … dreiviertel zwei – wie lang der König zum Sterben braucht! – Wird denn die Sache kein Ende nehmen! –

In der langen Spiegelgalerie, die zu den inneren Gemächern des Königs führt, stehen die Cavaliere unschlüssig da und dort, vereinzelt oder in kleinen Gruppen, erzählen einander von den Schrecken, der Abscheulichkeit des königlichen Siechthums, erwähnen achselzuckend der Unglücklichen, welche der Ansteckung zum Opfer gefallen sind, schütteln mit einem schlechten Witz ihre Angst ab, dann, über ihre Schultern nach indiscreten Lauschern ausspähend, fragen sie einander halblaut, ob etwa der Tod des Monarchen den verbannten Choiseul wieder ans Ruder bringen dürfte, und was wohl mit der Du Barry werden wird ... Sie war ein guter Narr trotz Allem ...!

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Ossip Schubin: Etiquette. Paetel, Berlin 1887, Seite 26. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Etiquette_Schubin_Ossip.djvu/26&oldid=1456914 (Version vom 10.02.2011)