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„Das süße Mädelchen mit den Flammenhaaren …“ flüsterte der alte Bodenberg mit erstickter Stimme.
„Vielleicht ist sie heute schon keine Sage mehr,“ antwortete ich. Mit steigender Erregung verfolgte ich in den nächsten Tagen die Ereignisse. Noch mehr als durch die Zeitungen erfuhren wir durch Briefe und durch die Erzählungen der Augenzeugen. Kaum eine Stimme war, die für die Zechendirektoren Partei ergriffen hätte, und die Empörung war allgemein, je häufiger sie den Bergleuten, die im Vertrauen auf ihre Versprechungen die Arbeit wieder aufgenommen hatten, ihr Wort brachen. „Habt ihr endlich Hunger genug?!“ Damit empfingen die Zechenbeamten von Gelsenkirchen die wieder einfahrenden Knappen, und in Hörde trieben sie kranke Weiber und Kinder aus den Zechenhäusern, wenn die Männer im Ausstand beharrten. |
Lily Braun: Memoiren einer Sozialistin. Albert Langen, München 1909, Seite 405. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Memoiren_einer_Sozialistin_-_Lehrjahre_(Braun).djvu/407&oldid=1324913 (Version vom 28.10.2010)