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eine gemeinsame Reise aller Maler zur Wolga, an der sich unbedingt auch Olga Iwanowna beteiligen sollte. Sie hatte sich schon zwei neue Reisekostüme aus Bauernleinen machen lassen, und Farben, Pinsel, Leinwand und eine neue Palette gekauft. Fast jeden Tag kam zu ihr Rjabowskij, um ihre Erfolge in der Malerei zu sehen. Wenn sie ihm ihre Malereien zeigte, steckte er die Hände tief in die Hosentaschen, preßte die Lippen fest zusammen und sagte:

„So, so… Diese Wolke schreit zu sehr: sie ist gar nicht abendlich beleuchtet. Der Vordergrund ist etwas gedrängt und stimmt nicht ganz… Die Hütte sieht so aus, als ob sie am Ersticken wäre und jämmerlich winselte… die Ecke da müßten Sie etwas dunkler machen. Doch im ganzen gar nicht übel… Ich muß es loben.“

Je unverständlicher er sprach, um so besser konnte ihn Olga Iwanowna verstehen.

Empfohlene Zitierweise:

Anton Pawlowitsch Tschechow: Von Frauen und Kindern. Musarion, München 1920, Seite 142. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Von_Frauen_und_Kindern_(Tschechow).djvu/142&oldid=1108882 (Version vom 19.05.2010)