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Wenn nun auf diese Weise es leicht erklärlich wird, wie die Heiden dazu kamen, den Christen die Abschlachtung von Kindern zu religiösen Zwecken oder vielmehr den Genuß des Fleisches und Blutes derselben bei ihren geheimen Gottesdiensten vorzuwerfen, so ist aber damit noch lange nicht die Frage beantwortet, wie die Christen dazu gekommen sind, den Juden vorzuwerfen, daß sie Christenkinder zu religiösen Zwecken, um deren Blut zu genießen, unter grausamen Qualen schlachten. Dr. Horoviz – ich führe ihn an, weil er wohl der neuste jüdische Schriftsteller ist, der diese Frage in der Öffentlichkeit behandelt hat – macht sich die Sache allerdings sehr leicht, indem er einfach den Satz aufstellt, um das Jahr 1180, zur Zeit einer größeren Judenverfolgung in Frankreich, sei die Blutbeschuldigung, die man tausend Jahre vorher den Christen gemacht habe, zum erstenmal von seiten der Christen den Juden gegenüber aufgetaucht. Dann beklagt er es, daß sieben Jahrhunderte später der alte Wahnglaube aufs neue infolge des Mordes in Korfu wieder zum Vorschein gekommen sei. „Aber woher denn,“ so höre ich den geneigten Leser fragen, „die Beschuldigung? Muß nicht, wo Rauch ist, auch Feuer sein?“ So fragt auch der Berliner Universitätsprofessor Dr. Strack in seinem Gutachten, das er bei Gelegenheit der Untersuchung über die Ermordung der Esther Solymossi in der Frage abgegeben hat: „Gebrauchen die
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Friedrich Frank: Die Kirche und die Juden. Manz, Regensburg 1893, Seite 55. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Kirche_und_Die_Juden.djvu/63&oldid=1852269 (Version vom 26.07.2012)