Seite:Einfluss der Erdbewegung (Bucherer).djvu/2

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sein von derjenigen J0, welche im Ruhezustand bestehen würde. Fizeau findet demgemäß bei Vernachlässigung von u^{2}/v^{2}

(1) J=J_{0}\left(1\pm\frac{2u}{v}\right).

Setzt man die Werte von u und v ein, so wird

J=J_{0}\left(1\pm\frac{1}{5000}\right).

Um diese Formel zu prüfen, schlägt Fizeau vor, in den Punkten B und B' zwei gegeneinander geschaltete Thermoelemente zur Bestrahlung aufzustellen, eine vorhandene elektromotorische Kraft zu kompensieren und dann den Apparat um 180° zu drehen, sodaß B und B' ihre Lagen vertauschen. Aus dem hierbei auftretenden Galvanometerausschlag ließe sich dann die Formel und damit die Richtigkeit der zu Grunde liegenden Annahme eines ruhenden Äthers prüfen. — Über eine Ausführung des Fizeauschen Versuches ist bisher nichts veröffentlicht worden, was vielleicht der Schwierigkeit zuzuschreiben ist, welche in der Messung eines so kleinen Effektes besteht. Sagt doch Poincaré:[1] „Es ist absolut unmöglich, eine Lichtintensität bis auf 1/5000 zu messen."

Auf diesen Vorschlag Fizeaus wurde ich von Hrn. Prof. Kayser aufmerksam gemacht, als ich elektrische Experimente plante, welche gleichfalls die Untersuchung der Frage der Beweglichkeit des Äthers zum Gegenstande hatten.

Obwohl ich nun die theoretischen Voraussetzungen Fizeaus für anfechtbar hielt und eher der Ansicht zuneigte, daß die Erdbewegung ohne Einfluß auf die Intensität sein würde, so hielt ich doch die Ausführung des von Fizeau vorgeschlagenen Versuches aus allgemeineren Gründen für nützlich. Hr. P. Nordmeyer hat unter meiner Leitung die Experimente unternommen mit dem Ergebnis, daß wenn überhaupt eine Wirkung der Erdbewegung vorhanden ist, diese die Intensität jedenfalls um 1/300000 nicht ändert.

Eine eingehende Beschreibung der betreffenden Versuche wird in der demnächst erscheinenden Inaugural-Dissertation des Hrn. P. Nordmeyer erscheinen.

  1. H. Poincaré, Electricité et Optique p. 534. 1901.