Seite:Erzählungen von Marie von Ebner-Eschenbach.djvu/365
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Hart gemahnt? dachte Thekla – das wagt Jemand, das lässest du dir gefallen, und ich lebe in Angst vor dir? – „Sind denn Ihre Eltern so anspruchsvoll?“ fragte sie rasch. Auch sie hatte sich aufgerichtet und sah ihm gerade ins Gesicht. „Das sind sie wirklich nicht!“ rief er, „sie sind nur sehr bedauernswerthe, alte, einsame Leute. – Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, daß Sie die Tochter dieser alten Leute werden sollen, liebe – liebe Thekla?“ fragte er und reichte ihr über das Pult hinweg die Hand, in welche sie ohne Besinnen die ihre legte. „Gewiß“, sprach sie, „ganz gewiß.“ Paul begann das Leben zu schildern, das seine Eltern auf dem Lande führten; er schilderte sie selbst mit Wärme und Lebhaftigkeit; er sprach Alles aus, was er den Tag hindurch gedacht, und so lange er lebte, hatte er wohl nie so innige, herzliche und milde Gedanken gehabt. „Ich will meinen Eltern von Ihnen sprechen,“ schloß er bewegt. „Sie ist es, die mich zu Euch schickt, will ich sagen, die mich drängte, Euch endlich in Eurer Verlassenheit |
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Marie von Ebner-Eschenbach: Nach dem Tode. In: Erzählungen. Berlin: Gebrüder Paetel, 1893. Seite 359. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Erz%C3%A4hlungen_von_Marie_von_Ebner-Eschenbach.djvu/365&oldid=906083 (Version vom 16.11.2009)