Seite:Flach Der deutsche Professor.djvu/032

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Auflagen zählenden Consum hervorzubringen vermögen, bei der zweiten Classe derselbe Einfluss von Professoren, Docenten, Akademikern ausgeübt wird (oftmals nur indirect, indem die Studenten eben das Handbuch ihres Professors sich anschaffen), übt bei der dritten Classe heute das gutmüthige Publicum durch seine zahlreiche Theilnahme einen ausserordentlichen Druck auf diese Art der Litteratur aus, die heute die allergrössten Dimensionen angenommen hat, ohne dass man behaupten darf, dass der Höhepunkt dieser hereinbrechenden Fluth bereits erreicht ist. Zweifellos ist die grosse Bewegung seit dem deutsch-französischen Kriege, der beginnende Luxus und die Zunahme des Reichthums in Deutschland von dem grössten Einfluss auf die Entwicklung dieser Litteratur geworden, die man mit dem allgemeinen Namen „Salonlitteratur“ bezeichnen kann, da sie in den meisten Fällen die Aufgabe hat, nicht gelesen zu werden, sondern den Salon eines reichen Mannes zu schmücken, wie auch in den illustrirten Werken der Text keine Bedeutung zu haben pflegt, sondern nur die im Augenblick aufzuschlagenden und zu geniessenden Illustrationen. Die drei angeführten Gattungen haben die Eigenschaften gemeinsam, dass die Autoren dabei keine allzu mühsame Arbeit haben, dass sie alle gut zu stehen pflegen und dass die Verleger glänzende Geschäfte machen. Von einem modernen Geschichtswerk dieser Art wird uns als Honorar für zwei (je in Jahresfrist zu erscheinende),
Empfohlene Zitierweise:

Hans Flach: Der deutsche Professor der Gegenwart. Leipzig 1886, Seite 24. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Flach_Der_deutsche_Professor.djvu/032&oldid=1255712 (Version vom 16.10.2010)