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Lieber war zu scharfsinnig, um die Konsequenzen dieser Richtung nicht zu erkennen; zu liberal durch und durch, um sie nicht aus voller Seele zu, verabscheuen. „Je älter ich werde,“ schreibt er an Tocqueville, den berühmten Verfasser der démocratie en Amérique, „desto heißer liebe ich die Freiheit, wahre und wirkliche Freiheit, und desto mehr hasse ich den Absolutismus, sei er monarchisch oder demokratisch.“ Er lernte die Auswüchse der Demokratie aus nächster Nähe kennen, denn er lebte in einem Sklavenstaate und erfreute sich der persönlichen Bekanntschaft des Senators Marcy, des Vaters jener Losung: „Dem Sieger gehört die Beute.“ Und diesen verderblichen Richtungen suchte er entgegenzutreten in seinen Schriften und Lehren mit seiner Hauptrechtsmaxime: Kein Recht ohne Pflicht, |
Hugo Preuß: Franz Lieber, ein Bürger zweier Welten. Carl Habel, Berlin 1886, Seite 30. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Franz_Lieber_ein_B%C3%BCrger_zweier_Welten.pdf/30&oldid=1876563 (Version vom 16.09.2012)