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Da Maria das gehört, da sind alle ihre Glieder erzittert und sie mochte sprechen: „Ach wehe, wehe, mein allerliebster Sohn! wie viel Uebles ist so gar bald auf dich gefallen, so gar übel haben deine Jünger an dir gethan, die du dir sonderlich aus allen Menschen der Welt erwähltest und zu deiner Heimlichkeit gelassen; denen du viele andere Gutthat erwiesen hast! was thun dann deine grimmigen Feinde, die dich allweg gehaßt und alle deine Worte und Werke böslich ausgelegt haben?“ „O du mein allerliebster Sohn, in dir habe ich Alles Das gehabt, dessen meine Seele begehrt hat! Nun bitte ich dich, daß du von mir meine Seele nehmest, daß ich nicht gezwungen werde, deine unmäßige Marter zu schauen.“ Nun that man bald die Pforten des Hauses auf und sie führten den Herrn Jesus mit auf seinen Rücken gebundenen Händen gleich einem Dieb und todteswürdigen Mörder heraus. Er ging in der Mitte der Gewaffneten; denn diese waren aufgeboten aus Furcht vor dem gemeinen Volk, welches die obersten Priester mehr fürchteten, als den |
Franz Joseph Holzwarth: Passionsbilder. Franz Kirchheim, Mainz 1856, Seite 60. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Holzwarth_Passionsbilder.djvu/66&oldid=1094572 (Version vom 7.05.2010)