Seite:InvarianteVariationsprobleme.djvu/18

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Funktionen r sich aus p und q bestimmen. In Formeln drückt sich das so aus:

\begin{array}{rlcrl}
\mathfrak{T}_{p}:\xi & =x+\Delta x(x,p); &  & u^{*} & =u+\Delta u(x,u,p);\\
\mathfrak{T}_{q}:y & =A(x,q); &  & v & =B(x,u,q);\\
\mathfrak{T}_{q}\mathfrak{T}_{p}:\eta & =A(x+\Delta x(x,p),q); &  & v^{*} & =B(x+\Delta x(p),\ u+\Delta u(p),q).
\end{array}

Hieraus entsteht aber \mathfrak{T}_{r}=\mathfrak{T}_{q}\mathfrak{T}_{p}\mathfrak{T}_{q}^{-1}, also

\eta=y+\Delta y(r);\quad v^{*}=v+\Delta v(r),

indem man vermöge der Umkehrung von \mathfrak{T}_{q} die x als Funktionen der y betrachtet und nur die infinitesimalen Glieder berücksichtigt; also hat man die Identität:

(20) \eta=y+\Delta y(r)=y+\sum\frac{\delta A(x,q)}{\delta x}\Delta x(p);
v^{*}=v+\Delta v(r)=v+\sum\frac{\partial B(x,u,q)}{\partial x}\Delta x(p)+\sum\frac{\partial B(x,u,q)}{\delta u}\Delta u(p).

Ersetzt man hierin \xi=x+\Delta x durch \xi-\Delta\xi, wodurch also \xi wieder in x übergeht, also \Delta x verschwindet; so geht nach der ersten Formel (20) auch \eta wieder in y=\eta-\Delta\eta über; geht durch diese Substitution \Delta u(p) über in \bar{\delta}u(p), so geht also auch \Delta v(r) über in \bar{\delta}v(r), und die zweite Formel (20) gibt:

v+\bar{\delta}v(y,v,\dots r) = v+\sum\frac{\partial B(x,u,q)}{\partial u}\bar{\delta}u(p),
\bar{\delta}v(y,v,\dots r) = \sum\frac{\partial B}{\partial u_{\varkappa}}\bar{\delta}u_{\varkappa}(x,u,p),

so daß also tatsächlich die Transformationsformeln für Variationen erfüllt sind, sobald nur \bar{\delta}v von den Parametern, bezw. willkürlichen Funktionen r abhängig angenommen wird [1].

Es folgt also insbesondere die relative Invarianz von \sum\psi_{i}\bar{\delta}u_{i}; also auch nach (12), da die Divergenzrelationen auch in y, v erfüllt sind, die relative Invarianz von \mathrm{Div}\ B; und weiter nach (14) und (13) die relative Invarianz von \mathrm{Div}\ \Gamma und der mit den p^{(\lambda)} zusammengefaßten linken Seiten der Abhängigkeiten, wo immer in den transformierten Formeln die willkürlichen p(x) (bezw. die Parameter) durch die r zu ersetzen sind. Daraus ergibt sich noch die relative Invarianz von \mathrm{Div}\ (B-\Gamma), also einer Divergenz eines
  1. Es zeigt sich wieder, daß y von u unabhängig angenommen werden muß usw., damit die Schlüsse gelten. Als Beispiel seien etwa die von Klein angegebenen \delta g^{\mu\nu} und \delta q_{\varrho} genannt, die den Transformationen für Variationen genügen sobald die p einer Vektortransformation unterworfen werden.
Empfohlene Zitierweise:

Emmy Noether: Invariante Variationsprobleme. Nachr. D. König. Gesellsch. D. Wiss. Zu Göttingen, Math-phys. Klasse, Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1918, Seite 252. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:InvarianteVariationsprobleme.djvu/18&oldid=1805426 (Version vom 10.05.2012)