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582 (1.) Nach Pheroras kam die Vergeltung auch über den Hauptschuldigen, Antipater, und zwar nahm sie ihren Ausgang gerade von Pheroras Tode. Es erschienen nämlich einige Freigelassene des letzteren in tiefster Niedergeschlagenheit bei dem König und hinterbrachten ihm, dass sein Bruder eigentlich an Gift gestorben sei. Seine Frau, erklärten sie, hätte ihm ein ganz seltsames Gericht vorgesetzt, nach dessen Genuss er alsbald in die Krankheit verfallen sei, 583 und erst vor zwei Tagen habe ihre Mutter im Verein mit ihrer Schwester ein altes Weib aus Arabien, das sich auf Zaubertränke verstand, zu dem Zwecke kommen lassen, um für Pheroras einen Liebestrank herzustellen; das Weib hätte ihm aber auf Veranstaltung des Sylläus, mit dem sie in Verbindung stand, dafür einen vergifteten Trank eingegeben. 584 (2.) Zufolge dieser Eröffnungen ward der König von immer ärgeren Vermuthungen bestürmt und ließ darum einige Sclavinen, sowie einige aus den Frauen, die Freie waren, der Folter unterwerfen. Eine davon begann nun in ihren Peinen laut aufzuschreien: „O, dass doch Gott, der Erde und Himmel regiert, mit seinem strafenden Arm endlich einmal jene erreichen möchte, die da schuld ist an unseren Qualen, die Mutter des Antipater!“ Damit war der König auf eine Spur gerathen, von der aus er noch weiter den Thatbestand verfolgte, um der Sache auf den Grund zu kommen. 585 Die Frau enthüllte ihm denn auch den Bund zwischen der Mutter des Antipater einerseits und Pheroras mit seinen Frauen andererseits, wie auch ihre geheimen |
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 121. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/121&oldid=1250953 (Version vom 14.10.2010)