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670 (9.) Sofort entstand ein Sturm des Beifalles, und man brachte dem Archelaus die Glückwünsche dar. Soldaten und Volk defilierten in einzelnen Abtheilungen an ihm vorüber und versicherten ihn ihrer Anhänglichkeit, wie sie ihm auch den Segen Gottes wünschten. Hierauf nahmen die Vorbereitungen für das Begräbnis des Königs die Aufmerksamkeit in Anspruch, 671 wobei Archelaus keinen, auch noch so großen, Aufwand scheute und allen möglichen Zierrat aufbot, um damit den Leichenzug aufs prächtigste zu gestalten. Die Bahre war von massivem Golde und mit Edelsteinen besäet, darüber war eine golddurchwirkte Decke aus echtem Meerpurpur gebreitet, auf ihr war dann die Leiche selbst gebettet, gleichfalls in Purpur gehüllt, das königliche Stirnband auf dem Haupte, darüber noch eine goldene Krone, in der Rechten das Scepter. 672 Die Bahre umgaben zunächst seine Söhne und die zahlreiche Verwandtschaft. Diesen schloss sich die eigentliche königliche Leibgarde und das Corps der Thracier, der Germanen und Galater an, sämmtlich in voller Kriegsparade. 673 Das übrige Heer marschierte an der Spitze des Zuges hinter seinen Generälen und Obersten, gleichfalls in voller Rüstung. Den Schluss bildeten 500 königliche Sclaven und Freigelassene, welche verschiedene Specereien für die Bestattung trugen. So wurde die Leiche einen Weg von 70 Stadien bis nach Herodium geleitet, wo sie nach des Königs eigener Anordnung beigesetzt wurde. Damit schließt das Leben und die Regierung des Herodes. |
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 138. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/138&oldid=1250868 (Version vom 14.10.2010)