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(4.) 334 Nachdem selbst die Zeloten bereits Ekel empfanden beim Anblick der Ströme von Blut, die sie vergossen, suchten sie nunmehr mit Gericht und Recht ihren Spott zu treiben, 335 und zwar hatten sie es dabei auf den Tod eines der erlauchtesten Männer, des Zacharias, Sohnes des Baruch, abgesehen. Was sie gegen den Mann aufreizte, das war sein gründlicher Abscheu vor allem Schlechten und seine überaus große Liebe zur Freiheit; außerdem war er auch reich, so dass sie von ihrer That nicht bloß die Beschlagnahme seines Vermögens, sondern noch überdies die Beseitigung eines Menschen erhofften, der seine Macht zu ihrer Unterdrückung benützen konnte. 336 Auf ihre bestimmte Weisung mussten siebzig in öffentlichen Stellungen befindliche Bürger in den Tempel kommen, wo man sie, wie bei einem Theaterstück, als Richter dasitzen ließ, ohne ihnen die mindeste Gewalt zu geben. Vor diesen erhoben sie nun gegen Zacharias die Anschuldigung, dass er den Römern Alles in die Hände liefern wolle und zu diesem Zwecke schon eine hochverrätherische Botschaft an Vespasian habe gelangen lassen. 337 Für diese Beschuldigung hatten sie weder einen Beweis noch einen Zeugen, sondern sie stützten sich nur wieder auf ihre eigene Behauptung, dass sie davon ganz überzeugt wären, und erklärten, dies allein müsse schon die Wahrheit ihrer Anklagen verbürgen. 338 Zacharias war sich übrigens nur zu wohl bewusst, dass es für ihn keine Hoffnung auf Rettung mehr gebe: war er doch, wie er sich sagen musste, nicht so sehr ein vor Gericht geladener Angeklagter, als vielmehr nur ein unter diesem listigen Vorwand schon zum Tode bestimmter Gefangener, und so wollte er denn sein Leben, für das er keine Hoffnung mehr hatte, nicht schließen, ohne den |
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 333. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/333&oldid=1470332 (Version vom 18.02.2011)