Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/482
|
370 (3.) Die Schreckensmänner und ihre Banden schmeichelten sich jetzt noch mit der Hoffnung, zuletzt wenigstens in die unterirdischen Gänge fliehen zu können, wo man sie, wie sie fest glaubten, nicht aufspüren würde. Nach der vollständigen Einnahme der Stadt und dem darauffolgenden Abzug der Römer wollten sie sich dann wieder herauswagen und durch die Flucht in Sicherheit bringen. 371 Das sollte nun freilich nur ein leerer Traum bleiben, da sie weder den Augen Gottes noch auch später den Augen der Römer zu entgehen vermochten. 372 Damals aber machten sie, wie gesagt, diese Schlupfwinkel noch recht vertrauensselig, so dass sie in diesem ihrem Uebermuthe noch größere Flächen, als selbst die Römer, niederbrannten und die aus den brennenden Häusern in die Canäle hinabfliehenden Bewohner ohne viel Federlesens niederstachen und ausraubten. Die bei ihnen erbeuteten Nahrungsmittel wurden, selbst vom Blute der Opfer durchtränkt, noch gierig verschlungen, und man schlug sich untereinander mit Erbitterung um die einzelnen Beutestücke. 373 Ja, ich glaube, dass, wenn ihrem Treiben nicht der Fall der Stadt ein Ziel gesetzt hätte, sie in ihrer unbändigen Blutgier das Fleisch noch von den Leichen abgebissen haben würden. |
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 482. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/482&oldid=1560369 (Version vom 26.05.2011)