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| in die Hölle, wo er seine Schuld abbüssen muss; ist dies geschehen,
so beginnt für ihn der Kreislauf durch die 8,400,000 Existenzformen hindurch, bis er wieder Mensch wird; oder er geht in eine niedere Existenzform über, wie die der Thiere etc., bis er wieder zur menschlichen Geburt emporsteigt[1]. Die Seelenwanderung (das Gehen und Kommen) erscheint dem Inder als der Uebel grösstes und die Frage, die ihn sein Leben lang beschäftigt, ist, wie man ihr entrinnen könne? Sein Ziel ist nicht der Himmel oder das Paradies[2]: denn auch da darf er ja nur für eine bestimmte Zeit bleiben, sein Ziel ist die Auflösung seiner individuellen Existenz, die Reabsorption in das Absolute, das Nirbān̩ (nirvān̩a), wodurch alle fernere Dualität für immer aufgehoben ist. Das Nirvān̩a, das Freisein von der individuellen Fortexistenz, war bekannterweise das Ziel, das Buddha in seiner Predigt dem Volke vorhielt. Der Buddhismus ist im Laufe der Zeit von der indischen Halbinsel vertrieben worden, aber er taucht wieder, wenn auch mit brahmanischer Mythologie umgeben und auf eine pantheistische Unterlage gestüzt, in seinen höchsten Zielen in den reformatorischen Bestrebungen der nachfolgenden Jahrhunderte auf. Kabīr, Trilōčan, Ravidās, Nāmdēv etc., und nach ihnen Nānak und seine Nachfolger wollen ebenfalls den Weg zum Nirbān̩ zeigen, wie
Empfohlene Zitierweise: E. Trumpp: Nanak, der Stifter der Sikh-Religion., München 1876. Seite 24. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Nanak_der_Stifter_der_Sikh-Religion.djvu/28&oldid=917630 (Version vom 24.11.2009) |