Allgemeines Deutsches Kommersbuch:135

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
(Weitergeleitet von 's gibt kein schöner Leben)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 268, 269
<< Zurück Vorwärts >>
De Schauenburg Allgemeines Deutsches Kommersbuch 132.jpg
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

[268]

klin=gen an=ein=an=der an schaum=er=füll=te Be=cher.
Welch ein far=benpräch=tig Bild, reich an Lust und klang=er=füllt!
Schön ist’s Burschen=le=ben! Schön ist’s Bur=schen=le=ben!

     2. Neue Humpen rücken an, die Trompeten klingen, und ein keck
Studentenlied wir begeistert singen. Solch ein Leben lob ich mir,
morgen Wein und heute Bier! |: Hoch das Burschenleben!: |

     3. Schmucke dralle Kellnerin, mußt uns wohl versorgen! Nimm
das letzte Geld nur hin! werd schon neues borgen! Gieb mir einen
Kuß noch drauf! Einen? nein! hör gar nicht auf! Lieb versüßt das
Leben?

     4. Munter ziehn mit lautem Sang wir durch Wald und Auen;
alle Mägdlein liebesbang nach den Burschen schauen. Zieht manch
einer von uns fort, Liebe stirbt nicht aus im Ort, wo Studenten leben!

     5. Laßt die Sorgen Sorgen sein, sperrt sie in die Kammer! Ist
das Bier gut und der Wein, folgt kein Katzenjammer. Lustig! macht
zum Tag die Nacht! Jubelt laut mit aller Macht: Hoch das Burschen=
leben!

A. Neckermann



          299.     Lebenspflichten.     (III. 171.)

     Mäßig. J. Fr. Reichardt. 1779.

     1. Rosen auf den Weg ge=streut und des Harms ver=
ges=sen,

ei=ne klei=ne Span=ne Zeit ward uns zu=ge=
mes=sen.

Heu=te hüpft im Früh=lingstanz noch der
[269] fro=he Kna=be, mor=gen weht der To=ten=kranz
schon auf sei=nem Gra=be.

     2. Wonne führt die junge Braut heute zum Altare; eh die Abend=
wolke taut, liegt sie auf der Bahre. Gebt den Harm und Grillenfang, gebet
ihn den Winden, ruht bei hellem Becherklang unter grünen Linden!

     3. Lasset keine Nachtigall unbehorcht verstummen, keine Bien im
Frühlingsthal unbelauscht summen! Fühlt, so lang es Gott erlaubt,
Kuß und süße Trauben, bis der Tod, der alles raubt, kommt, auch sie
zu rauben.

     4. Unser schlummerndes Gebein, in die Gruft gesäet, fühlet nicht
den Rosenhain, der das Grab umwehet, fühlet nicht den Wonneklang
angestoßner Becher, nicht den frohen Rundgesang weingelehrter Zecher.

Hölty. 1776.


          300.     Studentenleben.     (II. 162.)

     Heiter. Reissiger. 1822.

     1. ’s giebt kein schöner Le=ben als Stu=den=ten=le=ben, wie es
Bacchus und Gambri=nus schuf;

in die Kneipen lau=fen und sein Geld ver=sau=fen ist ein
ho=her, herr=li=cher Be=ruf.

Ist das Moos ent=schwunden,
wird ein Bär ge=bun=den, im=mer geht’s in dul-ci ju-bi-