Allgemeines Deutsches Kommersbuch:184

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
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          406.     Ubi bene, ibi patria.     (II. 126.)

     Geschwind.

     1. Ü=berall bin ich zu Hause, ü=berall bin ich bekannt;
macht das Glück im Nor=den Pause, ist der Süd mein Vater=land.
lustig hier und lustig da, lustig hier und lustig da, u-bi
be-ne, i-bi pa-tri-a, u-bi be-ne, i-bi pa-tri-a!


     2. Federleicht ist mein Gepäcke, und mein Blut so jung und frisch,
ob ich in Palästen decke, ob im Freien meinen Tisch, |: lustig hier
und lustig da, :|: ubi bene, ibi patria! :|

     3. Alles, was ich eigen habe, trag ich in der Tasche fort, und es
muß mit mir zu Grabe, muß mir bleiben hier und dort; lustig hier ec.

     4. Eine Pfeife, wie ein Fäßchen, wenig Münze, Rock und Hut,
und ein kleines Stiefelgläschen, seht, das ist mein Hab und Gut!
Lustig hier ec.

     5. Freilich manches Pumpregister kennt mich, doch das drückt mich
nicht; denn ein jeglicher Philister borgt mir auf mein froh Gesicht;
lustig hier ec.

     6. Hab so manche Stadt gesehen, manche Universität; wollt es
nicht nach Wunsche gehen, hab ich schnell mich umgedreht. Lustig hier ec.

     7. Wo man mir aus hellem Stolze weder Roß noch Wagen lieh,
ritt ich auf dem Ziegenholze, war mir selbst Kavallerie. Lustig hier ec.

     8. Winkt mir hinterm vollen Glase Amors süßes Minnespiel,
wähl ich bald die nordsche Nase, bald das griechische Profil. Lustig hier ec.

     9. Und so komm ich durch das Leben, bin vergnügt in jedem Land,
denn wo’s Küsse giebt und Reben, bin ich überall bekannt. Lustig hier ec.

Nach Fr. Hückstädt. 1806.


[367]           407.     Schlechte Zeiten, guter Wein.     (IV. 112.)

     Gemächlich. Moritz Scharf. 1895.

     1. Ü=ber schlech=te Zei=ten klag ich nim=mer=mehr,
wird von gu=tem Wei=ne nur mein Faß nicht leer,
wird von gu=tem Wei==ne nur mein Faß nicht leer.

     2. Willst die Zeitung lesen, Bruder, geh zum Bier. |: Zu dem
Saft der Reben schmeckt kein Löschpapier. :|

     3. Ob auf dieser Erden auch von Tag zu Tag matter, kälter,
schwächer alles werden mag,

     4. Doch der Wein im Fasse trotzt der Macht der Zeit, fühlet nichts
vom Alter als die Würdigkeit.

     5. Was das Jahr dem Menschen allgemach entrafft, das giebt es
dem Weine: Glut und Mut und Kraft.

     6. Wollen’s wieder holen aus dem Faß hervor, was im Flug der
Jahre jeglicher verlor.

     7. Und wer mit dem Leben lebt in Leid und Streit, trink aus
altem Fasse gute alte Zeit.

Wilhelm Müller.


          408.     Wanderlied.     (IV. 137.)

     Mäßig bewegt. Heinr. Hofmann. 1895.

     1. Und wie=der jagt mich der Rei=se=trieb, und wan=dern
möcht ich von Pol zu Pol, von Pol zu Pol. Drum,