ADB:Schürstab, Erhard

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Artikel „Schürstab, Erhard“ von Friedrich von Weech in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 33 (1891), S. 96–97, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Sch%C3%BCrstab,_Erhard&oldid=- (Version vom 20. April 2019, 16:48 Uhr UTC)
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Schürstab: Erhard S., Bürgermeister von Nürnberg, stammte aus einem schon im 13. Jahrhundert in der Reichsstadt Nürnberg ansässigen Geschlechte, dessen Ahnen, der Familienüberlieferung nach, aus Hermannstadt in Siebenbürgen, wo sie im Lande seßhaft waren und „die von Trauttenburg“ hießen, eingewandert waren. Von dem Beinamen eines dieser Ahnherren rührt, wie die Familie annahm, der Name „Schürstab“ her, welchem auch das „redende“ Wappen – zwei gekreuzte brennende Stäbe – entsprach. Im Jahre 1668 ist das Geschlecht ausgestorben. Erhard S. war ein Sohn des 1439 gestorbenen Erhard S. und der Clara, einer Tochter des Berthold Pfinzing. 1440 wurde er Mitglied des Rathes der Stadt Nürnberg, was er bis zu seinem Lebensende blieb. Von 1454 an gehörte er in jedem zweiten Jahre zu den fünf „Wahlherren“, denen die Wahl des Rathes aus den „ehrbaren Geschlechtern“ oblag, 1454 wurde er „Losunger“, d. h. Aufseher der Schatzkammer und der Finanzverwaltung. Außerdem war er Pfleger des neuen Spitals. In der Fehde der Stadt Nürnberg mit den Herren von Waldenfels 1443/44 war S. einer der sechs „Kriegsherren“ der Stadt, und während des großen Krieges mit Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg von 1449/50 wortführender Bürgermeister. Der Bericht über diesen Krieg (im II. Bande der Chroniken deutscher Städte Leipzig 1864 herausgegeben) und die „Ordnungen“, in welchen alles niedergelegt ist, was von Seiten des Nürnbergischen Stadt- und Kriegsregimentes vor dem Kriege und während desselben vorgekehrt wurde, hat man mit Unrecht dem Erhard [97] S. zugeschrieben. Es ist von Hegel wahrscheinlich gemacht, daß ihm nur die – allerdings vollständigste – Sammlung dieser „Ordnungen“ und eine in manchen Punkten, besonders in der Erzählung von dem Treffen bei Pillenreut (11. März 1450) von den übrigen Redactionen wesentlich abweichende Fassung des Kriegsberichts zuzuschreiben ist. Daß er sich auch später noch mit besonderem Eifer an der städtischen Verwaltung betheiligte, beweist u. a. der Umstand, daß er im J. 1459 den Baumeister Endres Tucher veranlaßte, eine genaue Beschreibung der Brunnen und Wasserleitungen der Stadt abzufassen. (E. Tucher’s Baumeisterbuch in den Publicationen des Stuttg. litt. Vereins Bd. 64, S. 163.) Dreimal vermählt, erzeugte er zwölf Kinder. S. starb im J. 1461.