ADB:Adalgoz

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Artikel „Adalgoz“ von Karl Janicke in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 73–74, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Adalgoz&oldid=- (Version vom 16. Oktober 2019, 15:41 Uhr UTC)
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Band 1 (1875), S. 73–74 (Quelle).
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Adelgot, Erzbischof von Magdeburg, ein geborener Graf von Veltheim, erhielt von Heinrich V. das Erzstift. Die gerade nicht sehr reichlich fließenden Quellen über seine Geschichte schildern ihn als einen eifrig kirchlichen Mann, der unter seinen Geistlichen strenge Zucht hielt und auch durch Erbauung und Ausstattung des Augustinerklosters Neuwerk bei Halle a. S. und die Vollendung des Nicolaistiftes in Magdeburg, wozu bereits sein Vorgänger Hunfried den Grund gelegt hatte, seinen kirchlichen Sinn bethätigte. Wichtiger für die allgemeine politische Geschichte Deutschlands ist sein Verhalten zu dem Aufstande der sächsischen Fürsten gegen Heinrich V. im J. 1114. Die Jahrbücher von Pegau berichten, daß sein Vetter, Wiprecht der Jüngere von Groitzsch, der einer der hervorragendsten unter den mißvergnügten sächsischen Großen war, ihn um einen Aufenthaltsort für den Winter ersucht habe, da ihm die entlaubten Wälder, von wo aus er die Kaiserlichen bis dahin beunruhigt hatte, keinen Schutz mehr gewährten. Als ihm A. das östlich von Magdeburg gelegene Loburg anwies, wurde dieser vom Kaiser nach Goslar entboten, das er aber heimlich verließ, als er von befreundeter Seite gewarnt wurde, der Kaiser wolle ihn gefangen nehmen. Am folgenden Tage ließ Heinrich ihn absetzen. Bald darauf kam es [74] zum offenen Kampfe zwischen dem Kaiser und den sächsischen Fürsten. Die Schlacht am Welfesholze erschütterte die Macht des Kaisers in Sachsen. Darauf suchte Wiprecht die väterlichen Burgen und Städte wieder zu erobern, was ihm auch zum Theil gelang. Bei der Belagerung Naumburgs zog ihm mit anderen Bischöfen und Großen auch A. zu Hülfe (1116). Auf dem Fürstentage zu Frankfurt (29. Sept. 1116), wo man mit dem Kaiser in Unterhandlung treten wollte, erschien auch A., aber dieser Tag hatte wegen Ausbleibens des Kaisers kein Ergebniß. Auch an den Synoden zu Köln (1118) und Fritzlar, welche die Excommunication des Kaisers aussprachen, nahm A. Theil. Er starb 12. Juni 1119.

Lentz, Diplom. Stifts- und Landes-Historie von Magdeburg 87–103.