ADB:Adelmann, Georg Franz Blasius von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Adelmann, Georg Franz Blasius“ von Robert Ritter von Töply in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 45 (1900), S. 701–702, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Adelmann,_Georg_Franz_Blasius_von&oldid=- (Version vom 14. Dezember 2019, 15:39 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Adamo, Albert
Band 45 (1900), S. 701–702 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Georg von Adelmann in der Wikipedia
GND-Nummer 116007494
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|45|701|702|Adelmann, Georg Franz Blasius|Robert Ritter von Töply|ADB:Adelmann, Georg Franz Blasius von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116007494}}    

Adelmann: Georg Franz Blasius A. gehört zu den hervorragenderen Gelehrten deutschen Ursprungs, welche auf russischen Boden verpflanzt, die deutsche Wissenschaft dort zur Blüthe brachten und so wesentlich zur culturellen Hebung [702] Rußlands auf die moderne Stufe beitrugen. Er wurde am 28. Juni 1811 in Fulda als Sohn des im Wilhelminenhospital wirkenden tüchtigen Professors Vincenz Ferrerius A. geboren, genoß hier den Gymnasialunterricht, studirte die Medicin in Marburg und Würzburg, und wurde an letzterem Orte am 22. August 1832 zum Dr. med. promovirt. Er wirkte dann als Assistenzarzt an der medicinischen Klinik in Marburg, später als Arzt in Fulda, schließlich als Assistent an der chirurgischen Klinik des Professors Christoph Ullmann in Marburg. Am 2. September 1837 habilitirte er sich hier als Privatdocent. Infolge Empfehlung des berühmten Heidelberger Chirurgen Maximilian Joseph Chelius wurde er auf die Lehrkanzel für Chirurgie in Dorpat an Stelle von Nikolaj Iwanowitsch Pirogow berufen. Er übernahm das durch seinen Vorgänger zu hohem Ruhm gebrachte Amt im Juli 1841 und versah es durch 30 Jahre, bis 1871, worauf er seinen Aufenthalt in Berlin wählte. Wenn er auch nicht bahnbrechend in die Entwicklung seines Fachs eingriff, wie sein Vorgänger Pirogow, so erfreute er sich doch als tüchtiger Chirurg eines sehr guten Rufes und wurde für seine Verdienste im J. 1860 zum wirklichen Staatsrath ernannt. A. starb im J. 1888.

Als fleißiger Arbeiter war A. beinahe ein halbes Jahrhundert lang litterarisch thätig. Seine namhaftesten Schriften sind: „De dignitate lithontritiae“, 1833 (Diss.), „De steatomate“, 1837 (Habilitationsschrift), „Untersuchungen bei krankhaften Zuständen der Oberkieferhöhle“, Dorpat 1844, mit 3 Tafeln. Daneben lieferte er Mittheilungen über die Auscultation von Schwangeren (v. Siebold’s Journal Bd. 13. 14, Neue Zeitschrift für Geburtskunde Bd. 8), „Beiträge zur medicinischen und chirurgischen Heilkunde“ (3 Bände in wechselnden Abständen seit 1835 bis 1853), sowie eine Reihe von Aufsätzen in verschiedenen Zeitschriften (deutsch, französisch, italienisch, russisch), darunter besonders hervorhebenswerth „Su i medici del esercito russo“ (Archivio di chirurgia practica di F. Palasciano, vol. 14, 1877), dann zur Geschichte und Statistik der theilweisen und vollständigen Schulterblattresectionen (Prager Vierteljahrschrift 1879, Bd. 144).