ADB:Alexius

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Artikel „Alexius“ von Ferdinand Siebigk in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 338, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Alexius&oldid=- (Version vom 6. Dezember 2019, 23:01 Uhr UTC)
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Alexius Friedrich Christian, Herzog von Anhalt-Bernburg, ward als der einzige Sohn des Fürsten Friedrich Albrecht und seiner Gemahlin Louise Albertine von Holstein-Plön 12. Juni 1767 geboren und erhielt, so wie seine einzige Schwester Pauline Christine Wilhelmine, nachmalige Fürstin zu Lippe-Detmold, eine vortreffliche Erziehung. Nach dem im J. 1796 erfolgten Tode seines Vaters trat er die Regierung seines Erbes an, welches sich im nächsten Jahre durch ein Drittel des Besitzes der ausgestorbenen Zerbster Linie, die Aemter Coswig und Mühlingen, im J. 1809 durch Einziehung der Deuschordenscommende Buro und 1812 nach Aussterben der Anhalt-Bernburg-Hoymer Linie durch das Amt Hoym und in Preußen liegende Güter vermehrte. Er regierte mit größter Sorgfalt für das Wohl des Landes, machte viele treffliche Einrichtungen, sorgte für Verbesserung des Schulwesens, baute und vergrößerte viele Kirchen und Schulen und ließ sich namentlich die Ausdehnung des Straßennetzes, besonders in den neuerworbenen Landestheilen, sehr angelegen sein. Dem Bergbau und dem Hüttenwesen wendete er seine große Aufmerksamkeit zu, überwachte sorgfältigst das Forstwesen, machte mehrere nützliche Bauunternehmungen, z. B. die vom Eise zerstörte Saalbrücke in Bernburg, und gründete 1810 das Alexisbad im Selkethale, sowie später das bei Gernrode auf preußischem Gebiet liegende Beringer Bad.

In religiöser Hinsicht duldsam und aufgeklärt, brachte er in seinem Lande 1820 die Union der beiden protestantischen Glaubensbekenntnisse zu Stande. Im J. 1826 trat er zum deutschen Zollverein, 1828 begann er die Separationen und Grundentlastungen und 1829 stiftete er eine allgemeine Beamten-, Wittwen- und Waisencasse.

Noch von Franz II. als deutschem Kaiser erhielt er für sich und seine Nachkommen den herzoglichen Titel; nach dem Ende des Deutschen Reichs trat er, wie seine Vettern in Dessau und Köthen, zum Rheinbunde und sein Contingent kämpfte für Napoleon in Tirol, Spanien, Rußland, Danzig und bei Kulm. Am 1. Dec. 1813 ging er vom Rheinbunde ab, sandte seine Truppen mit den Verbündeten 1814 und 1815 nach Belgien und Frankreich und trat am 8. Juni 1815 zum Deutschen Bunde.

Nach dem Tode des Herzogs Leopold Friedrich Franz von Dessau 1817, Senior des Hauses, übernahm er zu gleicher Zeit die Vormundschaft über den minderjährigen Herzog Ludwig von Köthen und führte sie, sowie die Regierung bis zu dessen 1818 erfolgten Tode.

Herzog A. † 24. März 1834. Von seiner Gemahlin Marie Friederike von Hessen-Kassel hinterließ er zwei Kinder, eine Tochter Wilhelmine Louise, die mit dem Prinzen Friedrich Wilhelm Ludwig von Preußen vermählt war, und seinen Nachfolger, den schwachsinnigen Herzog Alexander Karl, der sich 1834 mit der Prinzessin Friederike Karoline Juliane von Holstein-Glücksburg vermählte. Mit dessen 19. Aug. 1863 erfolgtem kinderlosen Ableben erlosch der Fürst Christianische Stamm in Bernburg und der Besitz desselben fiel an die einzig noch blühende dessauische Linie, die auch schon 1854 in den Besitz des Herzogthums Köthen gelangt war und somit alle seit 1603 getrennt gewesenen anhaltinischen Landestheile in ihrer Hand wieder vereinigte.