ADB:Barnekow, Albert Freiherr von

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Artikel „Barnekow, Albert Freiherr von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 46 (1902), S. 216–217, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Barnekow,_Albert_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 9. August 2020, 00:21 Uhr UTC)
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Barnekow: Albert Freiherr von B., königlich preußischer General der Infanterie, der Sohn eines im J. 1814 vor Metz als Rittmeister gefallenen Officiers, am 2. August 1809 zu Hohenwalde im Kreise Heiligenbeil in Ostpreußen geboren und am 11. Juli 1826 als Musketier beim 1. Infanterieregimente zu Königsberg in das Heer getreten, war in vierzigjährigem Friedensleben, stets im Truppendienste verbleibend, zum General aufgerückt, als der Krieg vom Jahre 1866 gegen Oesterreich ihm zum ersten Male die Verwendung im Felde brachte. Da das I. vom General v. Bonin befehligte Armeecorps, dessen Verbande seine Brigade, die aus den Grenadierregimentern Nr. 3 und Nr. 43 bestehende 2., angehörte, nur einmal in das Gefecht kam, hat auch General v. B. nicht öfter an einem solchen theilgenommen. Es war am 27. Juni in dem unglücklich abgelaufenen Treffen von Trautenau. B. führte die Reserve; der mannhafte Widerstand, welchen diese am Nachmittage den angreifenden Oesterreichern entgegensetzte, trug ihrem Führer den Orden pour le mérite ein. – Mehr vom Glücke begünstigt war B. im Kriege gegen Frankreich. Am 30. October 1866 war er Commandeur der 16. Division zu Trier geworden [217] und von dort führte er die 16. Infanteriedivision in das Feld. Schon am 6. August griff er, aus eigenem Antriebe der bedrängten 13. Division zu Hülfe kommend, wirkungsvoll in den Gang der Schlacht von Spicheren ein; zehn Tage später focht er bei Vionville-Mars la Tour mit Theilen seiner eigenen Division und dem einem anderen Truppenverbande angehörenden 11. Grenadierregimente, welches auf Befehl des eigenen Divisionscommandeurs ihm gefolgt war. Aus einem um Mittag erreichten Freilager an der Mosel war er auf die Kunde von dem stattfindenden Kampfe sofort aufgebrochen; den hart ringenden Waffenbrüdern brachte er erwünschte Hülfe, indem er einen nicht unbeträchtlichen Theil der gegnerischen Kräfte auf sich abzog. Am Abend des 18. August war er in der Schlacht von Gravelotte-St. Privat, vier seiner Bataillone dem vorstoßenden Feinde entgegenführend, persönlich thätig. Als Metz, an dessen Einschließung er theilgenommen hatte, gefallen war, rückte er mit seiner Division auf den nördlichen Kriegsschauplatz, focht an ihrer Spitze am 27. November bei Amiens, am 24. December an der Hallue, befehligte das Belagerungscorps vor der Festung Péronne, welche am 9. Januar 1871 capitulirte, und schließlich am 19. Januar in der Schlacht bei Saint-Quentin den rechten Flügel, welcher am Abend die Stadt nahm. Aus dem Felde brachte er die beiden Classen des Eisernen Kreuzes und das Eichenlaub zum Orden pour le mérite zurück. Nach Friedensschluß übernahm er das Commando des I. Armeecorps in seiner Heimathprovinz Ostpreußen und führte es bis zum 5. Juni 1883; in dieser Stellung erhielt er gelegentlich der Kaisermanöver im J. 1879 den Schwarzen Adlerorden. Dann trat er in den Ruhestand und lebte zuletzt in Naumburg a. d. S., wo er am 24. Mai 1895 gestorben ist.

Militär-Wochenblatt Nr. 69, Berlin 1876.