ADB:Bauer, Bernardin

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Artikel „Bauer, Bernardin“ von Carl Ruland in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 140, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bauer,_Bernardin&oldid=- (Version vom 18. September 2019, 14:49 Uhr UTC)
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Bauer: Bernardin B., vorher Eberhard, geb. in Burgwindheim 2. Sept. 1752 (nach andern am 1. Sept.), sein Todesjahr ist unbekannt. Er hatte seinen ersten Unterricht in Bamberg erhalten, wo er von 1764–1771 studirte und als der erste unter allen Mitschülern am 31. Aug. 1770 für die Magisterwürde philosophische Streitsätze defendirte. Am 22. Sept. 1771 trat er in die fränkische Cistercienserabtei Ebrach ein, legte am 18. Oct. 1772 die feierlichen Ordensgelübde ab und ward am 21. Sept. 1776 zum Priester geweiht, nachdem er bereits seit 1775 die Universität Würzburg besuchte, um das Studium der Theologie so wie der orientalischen Sprachen zu betreiben, wie er denn auch wirklich am 19. Mai 1779 die theolog. Licentiatenwürde erwarb. Von 1780 bis zur Säcularisation der Abtei war er in derselben abwechselnd Bibliothekar – als welcher er sich Verdienste um die werthvolle, weit über 20000 Bände zählende Sammlung erwarb – Professor der Philosophie, als welcher er das Kant’sche System bekämpfte –, Professor der Dogmatik und Moraltheologie, der orientalischen Sprachen, dann des Kirchenrechts, sowie später Amtmann der drei Amthöfe der Abtei. Nach Aufhebung derselben zog er sich von aller öffentlichen Wirksamkeit zurück und privatisirte in dem nahe bei Bamberg liegenden Landstädtchen Zeil.

Sein Hauptverdienst bestand aber in der Herausgabe seiner „Theologia Cisterciensis“ oder „Theologia universa dogmatica, historica, critica, genio puriori adcommodata et pro usu praelectionum systematico quatuor in tomos divisa“, 1786–1792, von der beabsichtigt war, sie zum Lehrbuche der Dogmatik für die Cistercienser Deutschlands zu machen. Sein bedeutender schriftlicher Nachlaß ging verloren.