ADB:Beneke, Friedrich Wilhelm

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Artikel „Beneke, Friedrich Wilhelm“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 46 (1902), S. 355, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Beneke,_Friedrich_Wilhelm&oldid=- (Version vom 23. Juli 2019, 16:13 Uhr UTC)
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Beneke: Friedrich Wilhelm B., Arzt, als Geh. Medicinalrath und Professor der pathol. Anatomie in Marburg am 16. Decbr. 1882 verstorben, stammte aus Celle in Hannover, wo er am 27. März 1824 geboren war. Er widmete sich seit 1842 dem Studium der Heilkunde in Göttingen und erlangte bereits als Student einen Preis für eine Arbeit, die er in erweiterter Form zum Zweck der Doctorpromotion 1846 unter dem Titel „De ortu et causis monstrorum disquisitio“ bei der Facultät einreichte. Darauf ging er noch für ein Semester nach Prag und ließ sich noch 1846 als Arzt in seiner Vaterstadt nieder. Als hannoverscher Militärarzt machte er 1848 den schleswig-holsteinischen Feldzug mit, war von 1849–1851 Hausarzt des Deutschen Hospitals in London und prakticirte darauf in Hannover, während er gleichzeitig im Sommer als Regierungs-Badearzt in Rehburg thätig war. 1853 folgte er einem Rufe als Leibarzt des Großherzogs nach Oldenburg, 1855 siedelte er als erster Brunnenarzt nach Nauheim über und erhielt die Berechtigung, nebenher als Docent in Marburg zu wirken. 1858 wurde ihm zugleich mit dem Titel eines Geh. Medicinalrathes die Direction des zunächst versuchsweise errichteten pathologischen Instituts übertragen. 1863 erfolgte Beneke’s Ernennung zum außerordentlichen, 1867 zum ordentlichen Professor für pathologische Anatomie und allgemeine Pathologie und zugleich zum Leiter des nunmehr definitiv begründeten pathologisch-anatomischen Instituts. Doch behielt B. auch ferner seine sommerliche Badepraxis in Nauheim bis an sein Lebensende bei. Beneke’s schriftstellerische Thätigkeit war eine außerordentlich umfassende und vielseitige. Während die ersten Arbeiten die Ergebnisse chemischer Studien (über den phosphorsauren Kalk, über Oxalurie und dergl.) zum Gegenstande haben, wandte B. später mehr hygienischen und statistischen Untersuchungen sein Interesse zu und veröffentlichte darüber eine große Reihe von Abhandlungen, deren Titel in der unten angegebenen Quelle zu finden sind. Dazwischen laufen dann noch zahlreiche Badeschriften und solche, die sich auf klimatische Curen beziehen. Einige wenige betreffen Themata aus der pathologischen Anatomie und der Krankheitslehre. Interessant ist ein von B. ins Leben gerufenes „Correspondenzblatt des Vereins für gemeinschaftliche Arbeiten zur Förderung der wissenschaftlichen Heilkunde“ von 1853–1863 in 65 Nummern erschienen und als „Archiv des Vereins für wissenschaftliche Heilkunde“ (N. F. Bd. I–III, 1864–1867) fortgesetzt, dann aber eingegangen. Eine der letzten Arbeiten Beneke’s galt der in jüngster Zeit besonders in Aufschwung gekommenen und in ihrer Bedeutung allseitig anerkannten Einrichtung der Seehospize.

Biogr. Lex. I, 391.