ADB:Bernstein, Heinrich Agathon

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Artikel „Bernstein, Heinrich Agathon“ von Adolf Schimmelpfennig in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 484, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bernstein,_Heinrich_Agathon&oldid=- (Version vom 13. Juli 2020, 09:07 Uhr UTC)
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Bernstein: Dr. Heinrich Agathon B., Mitglied der kaiserlich Leopoldinischen Akademie der Naturforscher, Sohn Georg Heinrichs, geb. 22. Sept. 1828[WS 1] in Breslau und † 19. April 1865 auf der zu den Molukken gehörenden Insel Batanta, begab sich nach Beendigung seiner medicinischen und naturwissenschaftlichen Studien 1853 nach Holland und nach dort rühmlichst bestandenem medicinischen Staatsexamen 1855 nach Batavia, wo ihm die Stelle eines Arztes in dem am Fuße des Gedee-Gebirges von der Regierung für Reconvalescenten unterhaltenen Bade Gadok übertragen wurde. Seine in Band VII. des Journals für Ornithologie von Canabis 1859 veröffentlichte Abhandlung über die Nester der Salanganen, an welche sich in rascher Folge weitere ornithologische Arbeiten in deutscher und holländischer Sprache anreihten, machten seinen Namen nicht blos in den Kreisen der Naturforscher schnell bekannt, sondern bewogen auch die holländische Regierung, den verdienstvollen jungen Gelehrten 1860 mit der wissenschaftlichen Durchforschung der Molukken und Neu-Guinea’s zu beauftragen. Auf drei großen Reisen 1860–1863 durchforschte er zunächst Halmaheira und die umliegenden Inseln; nach kurzer, zur Abfassung seiner Schrift „Over een nieuwen Paradysvogel en eenige nieuwen vogel“, benutzten Rast trat er an der Spitze von 24 Mann mit zwei Schiffen eine neue Reise zur Erforschung der südlich von den Molukken liegenden Inseln und Neu-Guinea’s an. Nach glücklicher Ausrichtung der ihm gegebenen wissenschaftlichen wie politischen Aufträge, namentlich Handelsbeziehungen mit den neu aufgeschlossenen Ländern anzuknüpfen, starb er auf der Heimreise auf der Insel Batanta an den Folgen einer Krankheit, welche den an keine Schonung für sich denkenden Forscher in der ungesunden Bai von Kalwal auf Neu-Guinea befallen hatte. Seine Reisen von 1860–1863 sind in den Schriften der batavischen Genootschap van Kunsten en Wetenschappen, 1864, und in der Neederlandsch Tijdschrift voor de Dierkunde, 1865, beschrieben. Seine bedeutenden eigenen naturhistorischen Sammlungen (vgl. Reise der Novara II. S. 153) hatte B. bereits 1860 an die Museen der Universitäten Berlin, Breslau und Leyden vertheilt; der Rest derselben ist nach seinem Tode von seinen Angehörigen der Universität Breslau überwiesen worden.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: 828.