ADB:Blum, Joachim Christian

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Artikel „Blum, Joachim Christian“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 737, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Blum,_Joachim_Christian&oldid=- (Version vom 29. Januar 2020, 11:04 Uhr UTC)
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Blum: Joachim Christian B., Dichter und Prosaiker des 18. Jahrhunderts, wurde am 19. November 1739 zu Rathenau geboren und hatte das Unglück, in seinem fünften Jahre überritten zu werden, wodurch er lebenslänglich eine wankende Gesundheit behielt. Anfangs zum Kaufmannsstande bestimmt, widmete er sich nach dem Tode seines Vaters den gelehrten Wissenschaften, erhielt seine Vorbildung auf dem Joachimsthalschen Gymnasium zu Berlin und studirte seit 1759 zu Frankfurt an der Oder die schönen Wissenschaften. Nach vollendeter akademischer Laufbahn kehrte er in seine Vaterstadt zurück und privatisirte hier bis an seinen Tod, der am 28. August 1790 erfolgte. Seine Gedichte (vgl. Goedeke’s Grundriß II. S. 585) sind leicht und gefällig im Geschmacke seiner Zeit, aber im Ganzen unbedeutend. Bedeutender ist B. als Prosaiker, und unter seinen hierher gehörigen Schriften zeichnen sich vortheilhaft aus seine „Spaziergänge“, 3 Theile. 1774. 3. Aufl. 1785. „Neue Spaziergänge“. 1784. Neue Ausg. 1790 und vor Allem „Deutsches Sprüchwörterbuch“. 2 Bände. 1780–82. Die Sprüchwörter sowol des ersten als zweiten Bandes sind nach Inhalt und Verwandtschaft der Materien geordnet und gehören zwar mit sehr wenigen Ausnahmen zu den gewöhnlicheren, aber sie werden sämmtlich in bald kürzerer bald längerer Ausführung auf eine sehr klare und populär faßliche Weise erklärt. Einige derselben sind indessen nicht unter die ursprünglich deutschen zu rechnen, wie das erste des zweiten Bandes: „Adler fangen keine Fliegen“ (aquila non capit muscas), oder (Bd. II. Nr. 609): „Ein Glas Wein auf die Suppe, ist dem Arzte ein Thaler entzogen“ (sur la soupe un verre de vin, fait perdre un écu au médicin). – Ueber seine „Spaziergänge“ vgl. Fr. Dan. Schubart, Deutsche Chronik 1774. S. 143; über das Schauspiel „Das befreite Rathenau“ ebendas. 1776. S. 127–28. Er ist nicht zu verwechseln mit Johann Christian Blum, einem Helmstädter Theologen des 18. Jahrh. (vgl. Adelung).