ADB:Blume, Bartholomäus

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Artikel „Blume, Bartholomäus“ von Karl Lohmeyer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 745, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Blume,_Bartholom%C3%A4us&oldid=- (Version vom 17. Oktober 2019, 23:56 Uhr UTC)
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Blume: Bartholomäus B., Bürgermeister von Marienburg in Preußen in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Als im vierten Jahre des 13jährigen Krieges (1457) Marienburg, Stadt und Ordenshaupthaus, durch die unbefriedigten eigenen Söldner des Deutschen Ordens dem Könige von Polen verkauft und übergeben war, lebte in einem Theile der Bürgerschaft doch noch der Gedanke fort, die polnische Herrschaft, wenn irgend möglich, wieder abzuschütteln; an der Spitze dieser Partei standen der Bürgermeister B. B. und sein Kumpan Volmer. Am 27. September 1457 um die Mitternacht wurde ein in der Nachbarschaft liegender, dem Orden treugebliebener Söldnerhauptmann, mit dem man den Plan verabredet hatte, mit seinem Haufen in die Stadt gelassen und die nicht sehr starke polnische Besatzung leicht überwältigt; des Schlosses aber vermochte man sich, obgleich man sofort anstürmte, nicht zu bemächtigen. Zunächst wurde nun von hier aus die Stadt unausgesetzt bekämpft, bald aber begannen auch von außen her die Angriffe der polnischen Kriegsschaaren, und 1458 lag der König selbst drei Monate davor. Furchtbar hatte die Bürgerschaft zu leiden, durch Noth und Mangel wie durch die oft übermäßigen Anstrengungen bei der Vertheidgung; da die Söldner lange nicht ausreichten, oft auch unwillig wurden, bot B. alles auf, um die Bürger zur äußersten Thätigkeit anzuspornen, zum Ausharren zu ermuthigen, von Hochmeister und Orden Unterstützung zu erlangen. Drei Jahre hielt man in der schwerbedrängten Stadt aus. Aber inzwischen war die Kraft des Ordens vollständig gebrochen: aller Geldmittel entblößt, konnte er keine Zufuhr mehr leisten und mußte zusehen, wie die Söldner häufig genug sich weigerten zu kämpfen. Auf der anderen Seite leisteten jetzt die Danziger den Polen die kräftigste Hülfe, so daß endlich Marienburg ringsum mit festen Belagerungswerken umgeben, einige Entsatzversuche abgewiesen werden konnten. Als man in der Stadt erfuhr, daß vom Schlosse her die Stadtmauer untergraben würde, und dem nicht wehren konnte, wandte man sich, wie es heißt, ohne Wissen des Bürgermeisters und des Hauptmannes, die beide krank waren, mit dem Anerbieten der Unterwerfung an die Schloßbesatzung. Am 6. August 1460 geschah unter ziemlich gelinden Bedingungen die Uebergabe der Stadt, die von da ab drei Jahrhunderte lang eine polnische blieb. Am 8. August wurde B., über den allein aus der Stadt als Verräther an der Sache des Königs Gericht erhoben wurde, enthauptet und geviertheilt. – Im J. 1864, in Folge der 400jährigen Erinnerungsfeier, ist ihm zu Marienburg ein Denkmal errichtet.

J. Voigt, Geschichte Preußens VIII. S. 542 ff. Einiges neue Quellenmaterial im IV. Bande der Scriptores rerum Prussicarum (1870).