ADB:Boussu, Maximilian de Hennin Graf von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Boussu, Maximilian de Hennin Graf von“ von Pieter Lodewijk Muller in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 212–213, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Boussu,_Maximilian_de_Hennin_Graf_von&oldid=- (Version vom 30. Januar 2023, 20:53 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 3 (1876), S. 212–213 (Quelle).
Wikisource-logo.svg [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Maximilien de Hénin-Liétard in der Wikipedia
Wikidata-logo.svg Maximilien de Hénin-Liétard in Wikidata
GND-Nummer 139265465
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|3|212|213|Boussu, Maximilian de Hennin Graf von|Pieter Lodewijk Muller|ADB:Boussu, Maximilian de Hennin Graf von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=139265465}}    

Boussu: Maximilian de Hennin, Graf v. B. (denn so, nicht Bossu wie gewöhnlich, soll der Name geschrieben werden), niederländischer Krieger, geb. 1542 aus einem vornehmen belgischen Adelsgeschlecht, wurde schon in sehr jungem Alter zu hohen Stellen befördert, und war seit 1559 Hauptmann einer der 15 Bandes d’Ordonnance, der berühmten niederländischen Adelsgensd’armerie. In der Revolution hielt er treu die Seite der Regierung, 1567 wurde er von Alba darum zum Statthalter von Holland, Seeland und Utrecht ernannt, an der Stelle des geflüchteten Oranien. Mit Geschick führte er die Regierung und schlug er die Angriffe der Geusen ab, bis diese (1572) die Stadt Briel einnahmen. Vergebens versuchte er sie wieder zu vertreiben und die bedrohten Nachbarstädte zu bewahren. Nur Rotterdam gelang es ihm durch [213] einen treulosen Wortbruch, wobei er durch die eigenhändige Erdolchung eines die Convention aufrechthaltenden Schmiedes seinen Namen auf immer befleckte, zu besetzen. Doch mußte er bald seine Statthalterschaft bis auf Utrecht und Amsterdam vor der anschwellenden Revolution räumen. Bei dem Versuch zur Wiedereroberung Hollands durch Don Fadrigue de Toledo nahm er namentlich als Obercommandant der Flotte Theil. Aber 1573 ward er in der Schlacht auf der Zuidersee von seiner Flotte verlassen und nach zweitägigem tapferem Kampfe gefangen. Er blieb bis zur Genter Pacification zu Hoorn in Gefangenschaft als Unterpfand des Lebens mehrerer Führer der Revolutionspartei. 1566 söhnte er sich mit dieser aus und trat, obgleich immer standhaft katholisch, in enge Verbindung mit Oranien, der seine Wahl zum Oberbefehlshaber des staatischen Heeres nach der von Don Juan gewonnenen Schlacht bei Gemblours durchsetzte. In dieser Eigenschaft hielt er das folgende Jahr das Feld gegen die Spanier ohne Verluste zu erleiden. Er starb aber schon während des Feldzugs von 1579, der einzige Feldherr der Niederländer, unter dem sie sich den Spaniern gewachsen zeigten. Sein Tod ward allgemein empfunden, denn mehr als die meisten belgischen Adelichen zeigte B. Charakter und Uneigennützigkeit. Auch solange er dem Könige diente, war er als aufrichtig und ritterlich bekannt; nur sein Betragen in Rotterdam wirft einen dunkeln Flecken auf sein sonst reines Wappenschild.