ADB:Bronner, Franz Xaver

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Bronner, Franz Xaver“ von Anton von Steichele in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 361, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bronner,_Franz_Xaver&oldid=2491490 (Version vom 13. Dezember 2018, 23:46 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Bronn, Heinrich Georg
Nächster>>>
Bronner, Georg von
Band 3 (1876), S. 361 (Quelle).
Wikisource-logo.png Franz Xaver Bronner bei Wikisource
Wikipedia-logo-v2.svg Franz Xaver Bronner in der Wikipedia
GND-Nummer 118674315
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|3|361|361|Bronner, Franz Xaver|Anton von Steichele|ADB:Bronner, Franz Xaver}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=118674315}}    

Bronner: Franz Xaver B., Idyllen-Dichter, geb. 23. Decbr. 1758 zu Höchstädt an der Donau, † 12. Aug. 1850; Sohn armer Eltern, mit glänzenden Talenten begabt, studirte bei den Jesuiten zu Dillingen, trat hierauf in das Benedictiner-Kloster Heilig-Kreuz zu Donauwörth, legte dort im J. 1777 unter dem Klosternamen „Bonifacius“ die Ordensgelübde ab und empfing 19. April 1783 die Priesterweihe. Er war aber ohne allen Beruf in diesen Stand getreten, zerfiel daher, da er auch im Herzen dem damals viele Geister beherrschenden Illuminatismus huldigte, bald mit dem Mönchswesen, verließ im J. 1785 heimlich sein Kloster und floh in die Schweiz. In Zürich fand er freundliche Aufnahme, kehrte aber, kirchlich vom Ordensverbande dispensirt, im folgenden Jahre in sein Vaterland zurück, wurde vom Weihbischofe Freiherrn v. Ungelter zu Augsburg in Dienst genommen und im J. 1790 als Registrator beim bischöflichen Vicariate angestellt. Aber auch in Augsburg seines Bleibens nicht findend, verließ er im J. 1793 heimlich seine Stelle und die Stadt und begab sich, des geistlichen Standes sich entkleidend, wieder in die Schweiz. B. hatte schon in Donauwörth, angeregt durch den Reiz der Landschaft, welche er von seiner Klosterzelle aus überschaute, und durch das geschäftige Fischerleben an der Donau und Werniz, begonnen, Scenen dieses Lebens in Idyllenform dichterisch darzustellen. Salomon Geßner in Zürich beförderte diese Dichtungen zum Druck und führte sie als „Fischergedichte und Erzählungen von Bronner“, 1787, in die Oeffentlichkeit ein. Nach seiner zweiten Flucht in die Schweiz gab B. eine weitere Sammlung solcher Idyllen heraus: „Neue Fischergedichte“, 1794, 2 Bde. (F. X. Bronner’s Schriften, Bd. 1. 2), und schrieb mit naiver Offenheit eine Geschichte seines bewegten Lebens (3 Bdchen., 1795–97; N. A. 1810). Seine Fischer-Idyllen sichern ihm eine bleibende Stelle in der deutschen Litteratur-Geschichte. Später wurde er Lehrer an der Canton-Schule zu Aarau, folgte im J. 1810 einem Rufe an die russische Universität Kasan, kehrte aber im J. 1817 nach Aarau zurück, wo er wieder an der Schule lehrte und später als Archivar und Bibliothekar des Cantons Aargau wirkte. Hier gab er außer einigen andern Schriften neue Erzählungen und Fischergedichte heraus unter dem Titel: „Lustfahrten ins Idyllenland“, 2 Bdchen., 1833 und fertigte eine historische, geographische und statistische Beschreibung des Cantons Aargau, 2 Bdchen., 1844 (Historisch-geographisch-statistische Gemälde der Schweiz, Bd. 16, Thl. 1, 2). B. starb, nahezu 92 Jahre alt.

Vgl. Steichele, Bisth. Augsburg, III. 876.