ADB:Burnitz, Peter

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Artikel „Burnitz, Peter“ von Heinrich Weizsäcker in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 47 (1903), S. 397–398, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Burnitz,_Peter&oldid=- (Version vom 25. Juni 2019, 16:16 Uhr UTC)
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Burnitz: Karl Peter B., Landschaftsmaler, geboren in Frankfurt a. M. am 14. Januar 1824, † ebenda am 18. August 1886. Als Maler zählt B. mit Recht zu den interessantesten Vertretern der neueren specifisch frankfurtischen Kunst und er bildet in ihr insofern einen besonders eigenartigen Typus, als er, soweit er nicht Autodidact war, nicht sowol der ursprünglich von Düsseldorf beeinflußten künstlerischen Tradition des Ortes, als vielmehr der französischen Coloristenschule – gleich seinen Landsleuten Victor Müller und Schreyer – seine Ausbildung verdankt. Von Haus aus für die Juristenlaufbahn bestimmt, die in dem Verfassungsleben der ehemaligen freien Stadt Frankfurt die gewisseste Aussicht auf künftigen Genuß von Amt und Würden zu eröffnen schien, bezog er 1844 die Universität, widmete sich in Berlin, Göttingen und Heidelberg dem Studium der Rechte, promovirte 1847 in Heidelberg und ließ sich 1849 in seiner Vaterstadt als Advocat nieder. Jedoch brachten ihn eine Reise, die er 1848 durch Italien bis nach Sicilien ausführte, und eine zweite, 1850 nach Algier und Spanien unternommene Fahrt auf andere Gedanken. Den Entschluß, die juristische Praxis gegen die Künstlerlaufbahn zu vertauschen, ließ der Rath befreundeter Künstler in ihm zur Reife gelangen; insbesondere trug dazu der ihm schon von Frankfurt her bekannte Landschaftsmaler Fritz Bamberger bei, mit dem er in Madrid aufs neue zusammentraf. Er wählte, um sich für den neuen Beruf auszubilden, Paris zu seinem Aufenthaltsorte und dort fand er, wiederum durch Vermittlung von befreundeter Seite, Eingang in dem Kreise der Maler von Barbizon, deren Schüler er wurde und in deren Gemeinschaft er von 1850 an zehn Jahre lang in Paris und Umgebung gearbeitet hat. Im J. 1855 stellte er in Paris sein erstes Bild aus, das Anerkennung fand; weitere Erfolge bildeten der Ankauf eines seiner Bilder durch den Kaiser und [398] die Verleihung der goldenen Medaille an B. auf der Münchener internationalen Ausstellung.

Nach Frankfurt zurückgekehrt schloß sich B. der in der Nähe angesiedelten, sogenannten Cronberger Malercolonie an, ohne jedoch ganz in dieser und der ihr eigenen Richtung aufzugehen. Vielmehr behauptete er sich auch später unter den veränderten Existenzbedingungen in seiner, durch Daubignys’s und, mehr noch durch Corot’s Vorbild bedingten Eigenart, die ihn, so wie sie einmal in ihm sich befestigt hatte, auch in der Farben- und Formenwelt der heimathlichen Landschaft brauchbare Anregungen finden ließ. Die zarte, grau getönte Stimmung seiner Bilder, die er gerne in gedämpfter Beleuchtung erscheinen ließ, zog ihm daheim von solchen, denen diese Art noch fremd war, wol vereinzelte ironische Nachreden zu, feinere Kenner aber wurden auch hier mit der Zeit der hohen malerischen Qualitäten seiner Arbeitsweise inne. Vieles, wol das meiste von seinen Schöpfungen befindet sich in Frankfurter Privatbesitz; von öffentlichen Sammlungen hat die Hamburger Kunsthalle zwei seiner Bilder (von 1855 und 56) und das Städel’sche Institut zwei Landschaften, eine Waldpartie an der Nidda (1865) und eine Ansicht des Schlosses Cronberg im Taunus aufzuweisen. Neben seinen in Oel und in Aquarell ausgeführten Bildern werden auch seine gezeichneten, meist in zwei Kreiden ausgeführten Naturstudien in hohem Maße geschätzt; die Ufer des Mains und der Regnitz, die Kastanienwälder des Taunus und die Frankfurter nächste Umgebung, so u. a. die durch Goethe’s Besuche bekannte Gerbermühle, hat er sich mit besonderer Vorliebe für solche Studien ausersehen.

Persönl. Mittheilungen von der Wittwe des Künstlers, Frau A. Burnitz in Frankfurt a. M. – Autobiographische Notizen von Burnitz selbst im Allgemeinen Künstler-Lexikon, 2. Aufl., bearbeitet von A. Seubert, Bd. I, Frankfurt a. M. 1882. – Frankfurter Reform 1864, Nr. 104, S. 411. (Bericht von F. Rittweger.) – W. Kaulen, Freud’ und Leid im Leben deutscher Künstler. Frankfurt a. M. 1878, S. 286 ff. – Weitere Mittheilungen von F. Rittweger in Frankf. Hausbl., N. F., 2. Thl., Nr. 6, S. 47 f. (1882). – H. Weizsäcker, Frankfurter Kunst, i. d. Zeitschr. Pan, III. Jahrg. 1897, 4. Heft, S. 242 f.