ADB:Coudenhoven, Sophie Gräfin von

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Artikel „Coudenhoven, Sophie Gräfin von“ von Emanuel Leser in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 533, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Coudenhoven,_Sophie_Gr%C3%A4fin_von&oldid=- (Version vom 18. Oktober 2019, 12:34 Uhr UTC)
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Coudenhoven: Sophie, Freifrau, später Gräfin v. C., war die Tochter des kurkölnischen Oberhofmarschalls Grafen Karl Ferdinand v. Hatzfeldt, aus dessen erster Ehe mit Charlotte Sophie geb. v. Bettendorf, und wurde den 21. Jan. 1747 geboren, † 21. Mai 1825. Der Vater verheirathete sich zum zweiten Mal mit einem Fräulein v. Venningen und starb selber am 25. August 1766. Anfangs 1774 war Sophie bereits verheirathet mit Georg Ludwig v. Coudenhoven, Erboberjägermeister der lüttich’schen Lande. Nachdem im Juli 1774 der Vetter ihrer Mutter Friedrich Karl v. Erthal (Sohn der Marie Eva v. Bettendorf) Kurfürst von Mainz geworden war, zog sie an dessen Hof. Ihr Gemahl wurde am 7. September 1774 als Burgmann zu Friedberg vereidet, erscheint dann in Mainz als Geheimerath, Feldmarschalllieutenant und Capitän en chef der Leibgarde zu Pferd, galt aber als Spieler, der das Vermögen der Seinigen gefährde. Frau v. C. genoß in hohem Maße die Gunst des Kurfürsten, und die Zeitgenossen schrieben ihr auch bedeutenden Einfluß auf seine Entschließungen zu; von der Beschuldigung, persönlichen Nutzen in auffälliger Weise hieraus zu ziehen, blieb sie frei. Als im Sommer 1785 Preußen für seine Reichspolitik den Kurfürsten zu gewinnen suchte, fand der nach Mainz und Aschaffenburg entsendete Freiherr von Stein bei ihr die entschiedenste Unterstützung, obgleich nach seiner Behauptung Oesterreich ihr den Gewinn eines Processes im Betrage von 60000 Gulden in Aussicht gestellt hätte, wenn sie für den Kaiser wirke. In ihrem Hause in Mainz wohnte Johannes Müller. Nach dem ihr Gemahl bereits am 17. Juli 1786 gestorben war, wurde sie mit ihren Kindern im October 1790 von Kaiser Leopold in den Grafenstand erhoben. Kurfürst Karl Friedrich starb ohne Testament; der ältere Bruder desselben aber, Lothar Franz Michael v. Erthal (geb. zu Mainz 12. Nov. 1717, 1766 kurmainzischer geheimer Hofrath, Amtmann zu Lohr, 1774 Geheimerath, 1781 Obristkämmerer und Hofgerichtspräsident, 1794 erster Staats- und Conferenzminister, 1802 Statthalter des Fürstenthums Aschaffenburg, † 4. Dec. 1805 zu Aschaffenburg), vermachte dem ältesten Sohne der Gräfin v. C. seine sämmtlichen liegenden Güter mit der Aufgabe, seine Mutter daraus „nach Kräften zu unterstützen“, außerdem in einem Codicill der Gräfin selbst eine Jahrespension von 1000 Gulden. Sie starb in Paris den 21. Mai 1825.

Vgl. Stramberg, Rheinischer Antiquarius, II. Abth. Bd. 10. S. 532–36, 586–93. – Pertz, Stein’s Leben, I. 46 ff.