ADB:Crichton, Wilhelm

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Artikel „Crichton, Wilhelm“ von Rudolf Schwarze in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 596–597, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Crichton,_Wilhelm&oldid=- (Version vom 25. Mai 2019, 05:51 Uhr UTC)
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Crichton: Wilhelm C., geb. 1732 zu Königsberg in Pr., starb daselbst als reformirter Hofprediger am 28. April 1805. Seine Vorfahren, zu denen wol jener, wegen seiner wunderbaren Talente und Schicksale mehrfach erwähnte Jakob C. gehörte (vgl. Gothaische gel. Zeitungen 1775, S. 260), stammten aus England. Sein Vater war ein vielgereister und sprachenkundiger Kaufmann in Königsberg. Unser C., nachdem er die Schulen seiner Vaterstadt besucht hatte, vollendete seine theologischen Studien in Frankfurt a. O., woselbst P. C. Jablonski, Grillo, Töllner u. A. seine Lehrer wurden. Da die Unruhen des siebenjährigen Krieges ihn verhinderten, sich an der dortigen Universität zu [597] habilitiren, so folgte er einem Rufe nach Halle als Rector des reformirten Gymnasiums. Seiner Anstellung als Professor der Philosophie am Joachimsthal’schen Gymnasium in Berlin versagte bald darauf Friedrich d. Gr. seine Bestätigung durch die Marginalbemerkung: „Wenn C. Theologie studirt hat, kann er kein Philosoph sein.“ Die Stelle erhielt der Schweizer Myller (der Herausgeber des Nibelungenliedes); doch ward C. 1766 durch Vermittlung des Großkanzlers v. Fürst zum Professor der biblischen Philologie und der Eloquenz in Frankfurt ernannt und ihm gleichzeitig das Rectorat des dortigen reformirten Friedrichs-Gymnasiums übertragen. Aber die mit dieser Doppelstellung verbundene Arbeitslast drohte seine Gesundheit zu erschüttern und bewog ihn, 1772 die Hofpredigerstelle in Königsberg in Pr. zu übernehmen, welche einst (bis 1749) sein gleichnamiger Onkel Wilhelm C. verwaltet hatte. Von seinen, während einer dreißigjährigen Amtsthätigkeit daselbst gehaltenen Predigten, welche den Charakter des damals herrschenden Rationalismus an sich tragen, sind mehrere Sammlungen im Druck erschienen (1777, 79, 86). Ein Verzeichniß seiner zahlreichen in Halle und Frankfurt verfaßten Dissertationen u. a. Schriften gibt Hering, Beitr. zur Gesch. der evangel.-ref. Kirche in den preuß.-brandenb. Landen 1784, I. S. 84. Seine für die Zeitverhältnisse interessante Autobiographie ward von Steph. Wanowsky, Königsb. 1806, herausgegeben.