ADB:Dietrich (Erwählter von Münster)

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Artikel „Dietrich III., Bischof von Münster“ von Wilhelm Sauer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 189, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Dietrich_(Erw%C3%A4hlter_von_M%C3%BCnster)&oldid=- (Version vom 17. Oktober 2019, 21:28 Uhr UTC)
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Dietrich III., Bischof von Münster, 1216–26, Graf von Isenburg, aus dem Geschlechte der Grafen von Altena (in Westfalen), wird 1196 durch Vermittlung seines Oheims, des Erzbischofs Adolf von Köln, Propst von Soest und folgt 1216 dem Vetter seines Vaters, Graf Engelbert von Berg, nach dessen Erhebung auf den erzbischöflichen Stuhl von Köln im Besitze der dortigen Dompropstei. Wol durch den Einfluß des Erzbischofs Engelbert erfolgte 22. Juli 1216 die Wahl Dietrichs zum Bischofe von Münster. Seine nur kurze Regierung ist für Münster nicht ohne Bedeutung geblieben; die bischöfliche Autorität in Friesland wurde neu befestigt und im Stifte selbst der Entwicklung des Städtewesens weiterer Aufschwung gegeben. Mit Bernard von der Lippe, Bischof von Selburg, weihte er 1222 die Kirche des von letzterem gegründeten Marienfeld; 1225 legte er den ersten Stein zum Bau des münsterischen Domes, der, von Bischof Hermann II. begonnen, unter Bischof Otto ins Stocken gerathen war. Dietrichs Betheiligung an der Verschwörung westfälischer Bischöfe und Dynasten gegen den Erzbischof Engelbert von Köln, deren Folge die Ermordung des Erzbischofs durch Dietrichs älteren Bruder, Graf Friedrich von Isenburg, 7. Novbr. 1225 war, führte seinen Sturz herbei. D., ebenso wie sein jüngerer Bruder Engelbert, erwählter Bischof von Osnabrück, der Mitschuld angeklagt, verlangte von dem gerade am Niederrhein anwesenden päpstlichen Legaten Cardinal Konrad von Porto Verhandlung der Anklage, um sich von derselben reinigen zu können. Die Brüder erschienen auf der zu diesem Zwecke vom Cardinal auf den 2. Febr. 1226 nach Lüttich berufenen Versammlung, waren aber nach längeren tumultuarischen Verhandlungen nicht im Stande, die Beschuldigungen von sich abzuwälzen. Auf Bischof D. schien die Hauptschuld an dem Frevel zu lasten; seine Ministerialen waren bei der Ausführung des Mordes besonders betheiligt. Der Cardinal verhängte über die Brüder die Suspension und verwies sie zur weiteren Verhandlung nach Rom. Dorthin begaben sich die Bischöfe, begleitet von ihrem Bruder Friedrich, dem Mörder Engelberts, ohne ihr Schicksal mildern zu können. Das Urtheil des Papstes lautete auf Absetzung. Dietrichs Tod erfolgte auf der Rückreise von Rom 1226, wahrscheinlich 18. Juli.

Urkunden Dietrichs, Münster. Chroniken; Ficker, Engelbert der Heilige.