ADB:Friederike Dorothea Wilhelmine

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Friederike Dorothea Wilhelmine“ von Arthur Kleinschmidt in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 8 (1878), S. 68–69, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Friederike_Dorothea_Wilhelmine&oldid=1915242 (Version vom 18. April 2014, 10:28 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 8 (1878), S. 68–69. (Quelle)
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Friederike von Baden in der Wikipedia
GND-Nummer 102017212
DNB: Datensatz, Rohdaten, Werke
Online-ADB/NDB, weitere Angebote
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Kopiervorlage  
* {{ADB|8|68|69|Friederike Dorothea Wilhelmine|Arthur Kleinschmidt|ADB:Friederike Dorothea Wilhelmine}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=102017212}}    

Friederike Dorothea Wilhelmine, geboren am 12. März 1781 in Karlsruhe, war die vierte Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig von Baden von der Prinzessin Amalie Friederike von Hessen-Darmstadt. Sie wurde trefflich erzogen, erwarb sich große musikalische Fertigkeit, hohe Frömmigkeit und Demuth zeichneten sie aus, während ihre seltene Schönheit Bewunderung erregte. Nachdem sie 1792–93 in Petersburg geweilt, verlobte sie sich in Erfurt 1797 mit Gustav IV. Adolph, Könige von Schweden, und wurde am 31. October 1797 in Stockholm vermählt. In unendlicher Liebe hing sie an dem bei aller [69] Wunderlichkeit ritterlichen und gütigen Gemahle, dem sie außer drei Töchtern zwei Söhne schenkte; mit ihm besuchte sie 1804 die Heimath. In Folge des Krieges mit Rußland brach die Empörung in Stockholm aus, am 13. März 1809 wurde der König gefangen genommen und F. strenge auf Schloß Haga bewacht, zumal sie gerne durch plötzliches Erscheinen in Stockholm eine Contrerevolution bewirkt hätte. Endlich in Gripsholm mit dem entthronten Gemahle vereinigt, 6. Juni bis December 1809, verließ sie mit ihm Schweden, wo viele ihr Loos beweinten, und traf am 1. Februar 1810 in Bruchsal bei ihrer Mutter ein. Mit dem Könige lebte sie nun hier und an anderen Orten Deutschlands, dann aber entzweite er sich mit der engelgleichen Frau und verließ sie in Altenburg 1810 für immer. Am 17. Februar 1812 wurden die Gatten gerichtlich geschieden. In sehr bescheidenen Verhältnissen lebte die Dulderin mit der großen Seele abwechselnd in Bruchsal und Rohrbach bei der Mutter und in Karlsruhe; auch ging sie oft nach Baden-Baden. Ihren Kindern war sie ein Vorbild aller Tugenden. Ihrer leidenden Gesundheit wegen reiste F., wie schon früher, auch 1826, nach dem Süden, starb aber, ehe sie Nizza erreichte, auf dem Landhause Villamont bei Lausanne, am 25. Septbr. 1826 an der Brustwassersucht. Sie ruht in Pforzheim seit dem 11. October 1826.

Königin Friederike von Schweden, Frankfurt a. M. 1856. Neuer Nekrolog der Deutschen, 1826, Ilmenau 1828. E. M. Arndt, Schwedische Geschichten unter Gustav III., vorzüglich aber unter Gustav IV. Adolf, Leipzig 1839.
Kleinschmidt.