ADB:Friedreich, Nikolaus

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Artikel „Friedreich, Nikolaus“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 48 (1904), S. 785–786, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Friedreich,_Nikolaus&oldid=- (Version vom 19. Mai 2019, 09:23 Uhr UTC)
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Friedreich: Nicolaus F., Arzt und Professor der Medicin in Heidelberg, daselbst am 6. Juli 1882 gestorben, wurde am 31. Juli 1825 zu Würzburg als Sohn von Johannes Bapt. (s. A. D. B. VII, 400) geboren. Er begann 1844 seine medicinischen Studien in seiner Vaterstadt und setzte dieselben 1847 während eines Semesters in Heidelberg fort. Nachdem er in den Jahren 1849–50 seine Approbation als Arzt sowie die Doctorwürde erlangt hatte, wurde er Assistent des erblindeten Professors Karl Friedrich v. Marcus in Würzburg, habilitirte sich daselbst 1853 als Privatdocent für specielle Pathologie und Therapie und widmete sich sehr eifrig pathologisch-anatomischen Forschungen unter Leitung Virchow’s. Als dieser 1857 wieder nach Berlin zurückberufen wurde, erhielt F. die außerordentliche Professur der pathologischen Anatomie, die er nur bis 1858 bekleidete, um dann einem Ruf als ordentlicher Professor der Pathologie und Therapie, sowie als Director der medicinischen Klinik nach Heidelberg zu folgen. In dieser Stellung verblieb F. bis zu seinem Tode, der nach langen Leiden von F. an den Folgen eines Brustaneurysmus eintrat.

F. gehört zu den hervorragendsten Klinikern in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Er hat nicht weniger als 8 größere Werke und 51, meist sehr bedeutsame Abhandlungen veröffentlicht. Er pflegte verschiedene Theilgebiete der inneren Medicin, besonders bereicherte er die Kenntnisse von den Herz- und Nervenleiden. Seinen Ruf als Diagnostiker begründete F. zunächst mit der 1861, und 1867 in 2. Auflage erschienenen Monographie: „Die Krankheiten des Herzens, während sein Name noch gegenwärtig an das bekannte Symptom bei einem bestimmten Rückenmarksleiden geknüpft ist, worüber er in mehreren Abhandlungen berichtete: „Ueber degenerative Atrophie der spinalen Hinterstränge“, „Ueber Ataxie mit besonderer [786] Berücksichtigung der hereditären Formen“ (Virchow’s Arch. 1863) und in der selbständig erschienenen Schrift: „Ueber progressive Muskelatrophie, über wahre und falsche Muskelatrophie“ (Berlin 1873). Die übrigen, zahlreichen Arbeiten Friedreich’s betreffen außerordentlich verschiedene Capitel der inneren Medicin, von deren Aufzählung hier abgesehen werden kann. Eine ungefähre Inhaltsangabe derselben, sowie die sonstige eingehende Würdigung der wissenschaftlichen Bedeutung und Leistungen Friedreich’s liefern die sogleich zu nennende Quelle und die daselbst genannten Nekrologe.

Biogr. Lexikon, hrsg. von A. Hirsch u. E. Gurlt II, 446.