ADB:Geselschap, Eduard

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Artikel „Geselschap, Eduard“ von Moritz Blanckarts in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 86–87, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Geselschap,_Eduard&oldid=- (Version vom 12. November 2019, 08:47 Uhr UTC)
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Geselschap: Eduard G., Genremaler, geb. am 22. März 1814 zu Amsterdam, † am 5. Januar 1878 zu Düsseldorf. Er besuchte die Schulen in Wesel, welche Stadt seine Eltern nur während der Blokade verlassen hatten, empfing dort auch seinen ersten Kunstunterricht durch den Maler Fr. Welsch und lebte seit 1834 in Düsseldorf, wo er bis 1841 in der Akademie, dann aber im eigenen [87] Atelier arbeitete. G. wählte zuerst seine Stoffe aus berühmten poetischen Werken: er malte „Faust im Studierzimmer“ (1839), „Götz von Berlichingen vor dem Rath in Heilbronn“ (1842), „Valentin’s Tod“ nach Goethes Faust (1844), „Romeo und Julie in der Gruft“ (1845) u. A., dann aber stellte er biblische Gegenstände dar, wie die „Grablegung Christi“ (1846), „Herodias mit dem Haupte des Johannes“ (1847) und die „Anbetung der hl. drei Könige“ (1847) und hierauf lieferte er zwei verdienstliche Werke aus der Geschichte des 30jährigen Krieges: die „Auffindung der Leiche Gustav Adolf’s“ (1848) und „Nachtlager wallensteinischer Soldaten in einer Kirche“ (1849). Obschon die sämmtlichen Bilder sich eines ehrenvollen Erfolges zu rühmen hatten, sollte ihm aber doch erst im Gebiet der Genremalerei, dem er sich zuletzt ausschließlich zuwandte, die nachhaltigste und berechtigteste Anerkennung zu Theil werden. Viele seiner gemüthlichen Scenen aus dem Haus- und Familienleben sind in den trefflichen Stichen von Martinet, Fritz Werner u. A., ein überall beliebter Zimmerschmuck geworden. Hübsche Composition, gute Zeichnung, harmonische Farbe und die feinste Durchführung gehören zu den Hauptvorzügen seiner Bilder, und in der trefflichen Wiedergabe des Lampen- und Kerzenlichtes oder anderer Beleuchtungseffekte hat G. einen hohen Grad künstlerischer Meisterschaft erlangt. Zu seinen besten Werken gehören „Der St. Nicolaus-Abend“ (1852, im Besitz des Commerzienraths Schnitzler in Köln), „Der Martins-Abend“ (in der Gallerie in Hamburg), „Musikalische Abendgesellschaft“ (im Museum Wallraff-Richarz in Köln), „Der Weihnachtsmorgen“ (im Museum in Stockholm) und verschiedene Darstellungen der Christbescherung, wie er denn überhaupt denselben Gegenstand häufig mehrmals behandelte, wenn auch mit kleinen Veränderungen. Die Akademie von Amsterdam ernannte ihn zum Mitglied. – G. gebührt auch das Verdienst, den hochbegabten Theodor Mintrop dem Landleben entrissen und der Kunst zugeführt zu haben. Er lernte denselben 1844 auf einer Studienreise kennen, nahm ihn mit nach Düsseldorf und wohnte dort bis zu dessen Tode 1870 in unzertrennlicher Freundschaft mit ihm zusammen, indem er ihn auf jede Weise mit Rath und That unterstützte. Ein Schlaganfall hatte bereits seit einigen Jahren die rüstige Arbeitskraft Geselschap’s gebrochen, als ein sanfter Tod ihn von langen Leiden befreite.

Wiegmann, Die königl. Kunstakademie zu Düsseldorf (Düsseldorf 1856). Wolfgang Müller, Düsseldorfer Künstler aus den letzten 25 Jahren (Leipzig 1854).