ADB:Hartzheim, Hermann Joseph

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Artikel „Hartzheim, Joseph v.“ von Leonhard Ennen in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 721–722, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hartzheim,_Hermann_Joseph&oldid=- (Version vom 18. Juni 2019, 01:38 Uhr UTC)
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Hartzheim: Joseph v. H., Historiker, geb. zu Köln am 11. Januar 1694, gest. ebendaselbst am 14. Januar 1763. Er war ein Sohn des Kölner Rathsherrn und Juristen Ignaz Conrad v. H. und der Gudula Sophia v. Herresdorff. Seine wissenschaftliche Vorbildung erhielt er bei den Kölner Jesuiten, in deren Orden er mit seinem 18. Jahre eintrat. Nachdem er in Trier sein Noviciat absolvirt hatte, wurde er zur Fortsetzung seiner Studien in das Collegium nach Luxemburg gesandt. Darauf verweilte er ein Jahr in Köln, wo er Vorlesungen über die hebräische Grammatik hielt, und begab sich dann zur Erweiterung seiner Kenntnisse nach Italien. Von hier kehrte er nach Köln zurück, um am dreigekrönten Gymnasium philosophische und theologische Vorlesungen zu halten. Vierundzwanzig Jahre lang stand er als Regens an der Spitze des dreigekrönten Gymnasiums. Mit besonderer Vorliebe betrieb er historische, heraldische und münzwissenschaftliche Studien. Das Studium der vaterstädtischen Geschichte nahm er unter die Unterrichtsgegenstände seines Gymnasiums auf. Er hatte erkannt, daß nur archivalische Studien eine ungetrübte Kenntniß der Vergangenheit zu ermöglichen vermögen. Darum ging sein Streben dahin, sich den Zutritt zu einzelnen werthvollen Archiven zu verschaffen und ein Material zu sammeln, welches die Bürgschaft der Wahrheit in sich selbst trug und die Aufhellung der in so vielen Theilen noch völlig dunkeln Profan- und Kirchengeschichte anbahnen konnte. Der städtische Magistrat, der wegen der vielen Rechtsstreitigkeiten zwischen der Stadt und dem Kurfürsten das Raths-Archiv mit Argusaugen bewachte, erlaubte ihm ausnahmsweise, die werthvollen Urkunden der Stadt einzusehen und zu seinen wissenschaftlichen Zwecken zu benutzen. Nur das massenhaft zusammengebrachte Material machte es ihm möglich, die werthvolle, unter dem Titel: „Bibliotheca Coloniensis“ veröffentlichte Kölner Litteraturgeschichte mit der Vollständigkeit auszuarbeiten, welche wir an diesem Werke bewundern müssen. Wissenschaftlich bedeutender aber als diese Bibliotheca ist die Sammlung der Beschlüsse aller kölnischen Kirchenversammlungen. Schon 60 Jahre alt, entschloß er sich, dieses Werk, für welches er seit einer langen Reihe von Jahren die umfassendsten Vorstudien gemacht hatte, dem Druck zu übergeben. Doch ehe das Werk vollendet war, machte ein Schlaganfall seinem Leben ein Ende. Mit seinem 54. Lebensjahre war er aus dem Lehramt ausgeschieden und hatte von da bis zu seinem Lebensende die Stelle eines Dompredigers versehen. Seine historischen Schriften sind: „Summa historiae omnis ab exordio rerum ad annum 1718.“„De initio metropoleos eccl. Col. etc.“, 1731 u. 32. – „Inscriptionis Hersellensis expl.“, 1745. – „Bibliotheca scriptorum[WS 1] Coloniensium“, 1747. – „Dissertationes X historico-criticae in s. scripturam ab anno 1736 ad annum 1746“. – „Catalogus historico-criticus Cod. mss. bibliothecae ecclesiae [722] metrop.“, Col. 1752. – „Historia rei nummariae,“ Col. 1754. – „Concilia Germaniae“, 1759–61. – „Prodromus historiae universitatis“, Col. 1759. Zum Druck vorbereitet hatte er „Eiflia illustrata“; „Vita Annonis“; „Historia gymnasii tricoronati“; „Historia litteraria Germaniae“ und einige theologische Schriften.

v. Bianco, Die alte Universität Köln, I. Thl. – Ennen, Zeitbilder. – Handschriftliche Notizen von Forst und anderes handschriftliches Material im Stadtarchiv.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: sciptorum