ADB:Helmerding, Carl

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Helmerding, Karl“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 50 (1905), S. 181–182, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Helmerding,_Carl&oldid=- (Version vom 25. Januar 2020, 07:45 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Helwing, Ernst
Band 50 (1905), S. 181–182 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Karl Helmerding in der Wikipedia
GND-Nummer 116691069
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|50|181|182|Helmerding, Karl|Hermann Arthur Lier|ADB:Helmerding, Carl}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116691069}}    

Helmerding: Karl H., Schauspieler, wurde am 29. October 1822 in Berlin als Sohn eines nicht unvermögenden Schlossers geboren. Nach dem Wunsche seines Vaters sollte H. gleichfalls Schlosser werden, doch zeigte er wenig Neigung für diesen bürgerlichen Beruf, da ihn das Theater schon in jungen Jahren mächtig anzog. Sobald er konnte, begab er sich auf die Wanderschaft und debütirte am 1. September 1847 in einer kleinen Rolle im „Verwunschenen Schlosse“ bei einer Wandertruppe, die damals in Potschappel bei Dresden spielte. Nachdem er an mehreren unbedeutenden Bühnen, z. B. auch in Meißen aufgetreten war, kam er im Sommer 1848 an das Theater in dem Dorfe Schöneberg bei Berlin, an dem der zu jener Zeit noch wenig bekannte Possendichter Kalisch die ersten Erzeugnisse seiner komischen Muse mit viel Erfolg vor einem buntgemischten Publicum aufführen ließ. In der folgenden Zeit spielte er in Schlesien, in Sondershausen und in Erfurt. Im J. 1852 kam er an das Königstädtische Theater in Berlin, an dem er anfangs nur in Episodenrollen beschäftigt wurde. Erst als er aushülfsweise in Kalisch’s Posse „Münchhausen“ den Hausknecht spielte, erkannte der Director Cerf und das Publicum die komische Begabung des bisher wenig beachteten Künstlers. Im J. 1854 finden wir H. am Stollwerck’schen Vaudeville-Theater in Köln, von wo er im J. 1855 an das Kroll’sche Etablissement nach Berlin zurückkehrte. Er schloß sich sodann dem Director Franz Wallner an, folgte ihm für kurze Zeit nach Posen und kam mit ihm wieder nach Berlin, um unter seiner Leitung zunächst noch am Königstädtischen und später am Wallner-Theater die größten Triumphe zu feiern und sich zu dem beliebtesten Berliner Localkomiker zu entwickeln. Seine Popularität begründete er mit der Titelrolle im „Aktienbudiker“ von David Kalisch, einer Posse, die zum ersten Male am 9. Juli 1856 gegeben wurde. Mehr als zwei Decennien hindurch blieb er die festeste Stütze des Wallner-Theaters und war so klug, sich von dem Theater zurückzuziehen, als er noch in der vollen Kraft seines Schaffens stand. Er feierte noch sein 25jähriges Künstlerjubiläum und trat dann in das Privatleben zurück, aus dem ihn am 20. Decbr. 1899 der Tod abrief. H. war nicht nur ein ausgezeichneter Komiker, der über jede humoristische Nüance verfügte und dabei namentlich durch sein unerreichtes Mienenspiel unterstützt wurde, sondern versuchte sich auch selbst als Possendichter und Bühnenschriftsteller, doch hat sich keines seiner Werke auf der Bühne erhalten, weshalb es nicht lohnt, deren Titel anzuführen.

[182] Die Gartenlaube. Leipzig 1868. S. 644–647. – Illustrirte Zeitung. Leipzig 1878. 71. Bd., S. 195. – J. Lewinsky, Vor den Coulissen. Berlin 1881. S. 117–121. – Neuer Theater-Almanach. Berlin 1901. 12. Jahrg., S. 139. – Agnes Wallner, Lebenserinnerungen. Bearbeitet von Hans Blum. Berlin 1900. (Register.) – L. Eisenberg’s Großes Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im 19. Jahrhundert. Leipzig 1903. S. 412, 413.